Densen B 150
Schon die äußere Erscheinung des neuen Densen B 150 macht ersichtlich, dass Thomas Sillesen kein Freund von barocken Schnörkeln sein kann. Doch ist diese Geradlinigkeit nicht nur auf das optische Design bezogen.
Auch von der Technik hat der Firmenchef klare Vorstellungen: Es kommt für ihn bei seiner neuen Kreation nur eine Schaltung ohne Über-alles-Gegenkopplung in Frage. Diese Methode, die das Ausgangs- mit dem Eingangssignal vergleicht und bei Abweichungen gegenregelt, wirkt nicht nur nach Sillesens Meinung zwiespältig: Zwar verringert sie die Verzerrungen bei Messungen, kann aber auch zu unnatürlichem Klang führen. Schaltungen ohne Gegenkopplung benötigen aber sehr genaue und stabile Arbeitbedingungen. Dies erreicht man im Staate Dänemark mit selektierten Bauteilen (etwa Vishay-Widerstände mit 0,1 Prozent Toleranz) und einem trick-reichen Layout der doppelt kaschierten Leiterplatte aus Teflon. Dabei schwört Sillesen auf Oberflächenmontierte Mini-Bauteile und Silberlot.
Foto: Julian BauerDer B 150 gefällt mit geradlinigem Design und sinnvoller Lautstärkeregelung, die im leisen Bereich feine Abstufungen bietet.
Im Hörtest durfte sich der B 150 im Vollbereich an den Referenzlautsprechern Lumen White Silver Flame (11/06) beweisen. Das tat er mit analytischem, lebendigem Klangbild und sauber durchgezeichnetem Bass sehr überzeugend. Deshalb griffen die Tester ins Highlight-Regal und zogen den Accuphase E 213 (7/05) zum Vergleich heran. Davon ließ sich der Densen nicht beeindrucken, denn die etwas klangfarbenstärkere und rundere Abstimmung des E 213 konterte der Däne mit genauerer Ortung einzelner Instrumente und mehr Durchhörbarkeit.
Zudem stellte er etwa bei „Plastik“(„Invant Presents Simon Baker: Famous When Dead 5“; Playhouse CD 22) rhythmische Betonungen genauer dar, sodass die Tester geneigt waren, ihm sogar noch einen weiteren Klangpunkt zu geben, wenn nicht der teurere Accuphase E 308 (11/04, 4500 Euro) dies verhindert hätte. Der vereinte die Stabilität des B 150 und die Klangfarben des E 213 und distanzierte den B 150 dadurch recht deutlich. Dennoch ist der B 150 die Erfüllung für alle, die in dieser Preisklasse einen außergewöhnlich dynamischen, genauen und detailreichen Verstärker suchen.
Dalibor Beric 15.08.2007
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