McIntosh MA 7000 AC
Um ein Viertel schwerer, etwas höher und nun mit dicken Griffen, sieht der
MA 7000 AC (8200 Euro) seinem kleinen Bruder MA 6900 AC (1/04) sehr ähnlich.
McIntosh ist die Traditionsschmiede schlechthin: Seit über 60 Jahren folgen die Amerikaner den gleichen optischen wie konstruktiven Vorstellungen. Beim MA 7000 AC für 8200 Euro sind also keine grundlegenden Änderungen zu erwarten. Mit Sicherheit reizten sie aber das Prinzip „großer Transistor“ noch weiter aus.
Foto: Julian BauerAuf jedem Kühlkörper stehen Endtransistoren Spalier und treiben über Autoformer genannte Übertrager (rechts und links außen) die Boxen an.
Deutsche Techniker werden die Autoformer als „Spartrafos“ bezeichnen, weil sie statt einer Ein- und Ausgangsspule nur eine einzige besitzen. Was aber im Falle des MA 7000 AC, der Âkeine galvanische Gleichspannungs-Entkopplung braucht (im Gegensatz zu Röhren), zu einer besonders innigen, verlustfreien Umsetzung führt.
Und zwar je nach der mittleren Impedanz der anzuschließenden Boxen wahlweise auf die Werte zwei, vier oder acht Ohm. Mit dem einen Vorteil, dass der MA 7000 AC sowohl Strom- als auch Spannungssauger-Boxen gleichermaßen bedienen kann. Und dem anderen, dass die Endtransistoren in allen Fällen in der Nähe ihres besonders klangfreundlichen Lieblings-Arbeitspunkts bleiben dürfen.
Mit 1150 Watt Dauerbelastbarkeit des Netztrafos und summa summarum 108 000 Mikrofarad Elko-Speicherkapazität stellt die probate Halbleiter-ÂErnährung weniger denn je ein Thema dar. Umso genussvoller darf der HiFi-Fan an die anderen zahlreichen anderen Vorzüge denken, etwa an den sanft wirkenden Übersteuerungsschutz, an die via Glasfaser beleuchteten Wattinstrumente oder an den 5-Band-Equalizer, den er via Mittenrastung der einzelnen Knöpfe aus dem Signalweg nehmen kann.
Der Equalizer ist in erstaunlich vielen Fällen praktisch, im Hörtest aber musste er zwecks Vergleichbarkeit außen vor bleiben. Auch „ohne“ begeisterte der MA 7000 AC in jeder Beziehung. Von Beginn an spürte man seine unbändige Kraft.
Die Bassdrums des „Tuva Rap“ (Titel-CD 5/07) standen wirklichkeitsgetreu im Raum, die Felle besaßen die Âoriginale Federkaft, der Hohlraum antwortete mit dem korrekten Druck und Volumen.
Bei orchestraler Musik baute der MA 7000 AC beeindruckend große und vor allem tiefe Bühnen, die selbst gewaltigen Klangkörpern den gebührenden Raum boten. Der Hörtest-Klassiker „Julsang“ geriet zu einem bewegenÂden Moment; Marianne Mellnäs sang mit genau richtigem Timbre und gelöst-natürlicher Artikulation. Selbst der Hintergrundchor übte eine Kraft aus, die die Hörer unweigerlich in die Aufnahme sog. Dabei ging der Amerikaner keineswegs mit der hohen Transparenz und Durchzeichnung des GammuT zu Werke. Nein, der Mac steht für eine ganz eigene „Ruhe“ im Klangbild. Wo der Luxman manchmal in den Stimmlagen etwas beengt wirkte und der GammuT ein bisschen zu impulsiv daherkam, spielte der Mac auf unnachahmliche Weise warm und minimal zurückhaltend, ohne dabei Details zu verwischen. Wollte man den stereoplay-Kriterien das ÂAttribut „angenehm“ zufügen, so würde der Mac hier Höchstwertungen einfahren. Der MA 7000 AC klingt wie viele Macs vor ihm, nämlich satt, mächtig, klangfarbenstark. Einziger Unterschied: Er macht seine Sache noch besser als alle Mac-Verstärker vor ihm.
Holger Biermann 15.03.2008
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