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Attila Csampai

15. August 2008
Tipp Irma Issakadze (Klavier)
© Oehms Classics 628 2 (85:17, 2 SACDs)
Klassik

Irma Issakadze (Klavier)

Spektakuläres Debüt

  • Musik 5.0/5
  • Klang 5.0/5

Das sind seltene Glücksmomente im Leben eines Klassik-Rezensenten und High-End-Freaks: Wenn Interpretation und Aufnahmetechnik solch eine nahtlose und aufregende Einheit bilden wie in diesem absolut sensationellen Debüt­album einer jungen Münchner Pia­nistin.

Kompakt

Künstler: Irma Issakadze (Klavier)
Richtung: Klassik
Vertrieb: Oehms Classics 628 2 (85:17, 2 SACDs)

Irma Issakadzes rigoros innerliche und wahrlich „subkutane" Deutung der Bachschen Goldberg-Variationen fesselt vom ersten Takt an durch ihre bezwingende stilistische Konsequenz, ihre verblüffende innere Reife und eine sanfte Radikalität, wie ich sie seit Glenn Goulds Geniestreichen (von 1955 und 1981) so überzeugend nicht mehr erlebt habe in diesem bedeutendsten Variationenzyklus des 18. Jahrhunderts. Die Charakterstudien und Seelenpor­träts, die Bach in unerschütterlicher Glaubensfestigkeit gestaltete, erlebt man hier, in der Aufnahme des exzellenten kalifornischen Klang-Designers Herbert Waltl, aus nächster ­Nähe und in „nackter" Präsenz, fast schon im hautnahen Kontakt mit dem runden, kernigen, fein nuancierten, gestisch durchlebten Ton der Pianistin.

Schon ihre konsequente Geradlinigkeit zeigt den Einfluss Goulds; doch zielt diese metaphysische Logik des Kontrapunkts bei Irma Issakadze auf eine ganz anders geartete „natürliche" Kreisbewegung des Lebens. Goulds intellektuelle Triumphe über Bach und Gott sind hier menschlich sublimiert, mit Seelenenergie und Glaubensinhalten angereichert.

Dies hier ist eben kein ungestümes Jugendwerk, sondern die souveräne Ausformung der Dialektik zwischen der Freiheit des Geistes und irdischem ­Jammertal, zwischen höherer Ordnung und der Vielfalt des Lebens.

Für diese intensive Ausleuchtung des 32-teiligen Zyklus benötigt die junge Georgierin zwar mehr als 85 Minuten, doch gibt es keinen Moment der ­Langeweile. Im Gegenteil: Noch nie hatte ich das Gefühl, von Bachs „Goldbergs" so bereichert worden zu sein.



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  • Musik 3.00/5
  • Klang 3.00/5

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