Royal Philharmonic Orchestra, René Leibowitz (1961)
Was derzeit an den Beethoven-Zyklen von Philippe Herreweghe und Paavo Järvi zu Recht so hoch gelobt wird – moderne Orchesterkultur und historische Aufführungspraxis im Einklang –, das hat schon vor fast einem hal-ben Jahrhundert der polnisch-französische Dirigent René Leibowitz mit dem Royal Philharmonic Orchestra exemplarisch vorgeführt: Beethoven ohne Pathos, schlank, scharf und schnell (in den Tempi der originalen Metronomzahlen), erstaunlich präzise und immer noch bestechend aktuell. Kein weihevolles Zelebrieren, sondern ein geradliniges Vorwärts-Musizieren, das die Werke von aller romantisierenden Patina befreit und dynamische Kontraste und harmonische Konturen freilegt, die Beethovens revolutionäres Potenzial deutlich werden lassen.
Kompakt
Künstler: Royal Philharmonic Orchestra, René Leibowitz (1961)
Richtung: Klassik
Vertrieb: Chesky CH-2009 (335:15, 5 CDs) www.rpo.co.uk
Den Vorbildern von Schönberg, Adorno und Rudolf Kolisch folgend, begründete Leibowitz 1961 mit dieser Aufnahme aller neun Sinfonien quasi ein neues Beethoven-Bild – und stieß prompt auf Unverständnis, wenn nicht gar Empörung bei der Kritik und bei einem Publikum, das die Werke in den Deutungen Furtwänglers, Klemperers oder Karajans kannte und gewohnt war. Der Ausnahmerang dieser Einspielung (mit Inge Borkh, Rut Siewert, Richard Lewis und Ludwig Weber als Solisten in der Neunten) zeigte sich erst sehr viel später, als Dirigenten wie Norrington oder Gardiner den schlackenlosen und geradlinigen Klang auf alten Instrumenten vorführten.
Diese Wiederveröffentlichung ist eine kleine Sensation: ein Meilenstein der Beethoven-Interpretation in exzellentem Remastering.


Android schnäppchen Bestenlisten 3d bildergalerie amazon preisvergleich Canon D5100 Tablet iPad 2 Creativ+Colorfoto Spiele+Musik
