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Raphael Vogt | Profil | Kontakt

7. Oktober 2011
Ratgeber: Internet-Radio mit AV-Receiver Bild vergrößern 937 571 http://img3.magnus.de/Ratgeber-Internet-Radio-r937x570-C-68992be3-49570952.jpg © stereoplay, shutterstock
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Ratgeber

Internet-Radio mit AV-Receiver

Unter High Endern gilt UKW immer noch als das Maß für gutes Radio. Zu Recht? Digitale Dienste wie Internet-Radio und Web-Abo-Dienste können bei guter Klangqualität deutlich mehr.

Ausgewachsene Heimkino-Verstärker besitzen heute wie selbstverständlich einen Netzwerkanschluss – selbst in den unteren Preisklassen. Und Streaming-Clients – seien sie nun im Amp integriert oder als diskrete Komponente angeschafft – bieten fast alle neben der Möglichkeit, lokale Daten zu spielen, stets auch digitales Internetradio.

Vor gut zehn Jahren kamen diese Stationen in Deutschland in Mode. Es war aber nur eine kurze Blüte. Die Gema hatte sie bald als Einnahmequelle entdeckt und mit so viel Bürokratie und Gebühren belastet, dass sie bis auf einige öffentlich-rechtliche und wenige größere private Sender schnell wieder verschwanden.

Glücklicherweise kennt das Internet keine Landesgrenzen, und so lassen sich – übrigens völlig legal – über das Netz tausende Statio­nen aus aller Welt empfangen, gerade so wie mit einem Kurzwellenempfänger. Nur, dass man via Internet die Sender aus fernen Landen in oft exzellenter Tonqualität und Stereo hört statt mit atmosphärischen Störungen und dem Frequenzgang von Opas Telefon.

Flatrate ist Pflicht

Wie bei allen Diensten, die auf einen kontinuierlichen Datenstrom aufbauen, muss dieser auch zur Verfügung stehen. Zwar benötigt man für reines Audiostreaming aus dem Internet nur bescheidene Transferraten im Bereich zwischen 64 und 384 Kilobit. Wer aber lange Musik hören möchte, für den ist eine stabile DSL-Leitung oder etwas Äquivalentes ein ­absolutes Muss. Und weil sich bei solchen ausgedehnten Hörsessions über Stunden doch ­einiges an Megabytes addiert, sollte man eine echte Flatrate gebucht haben. Dann ist der Nutzer bei der Abrechnung vor Überraschungen gefeit.

Ist das Gerät mit dem Internetradio ans Netz angeschlossen, kann es im Grunde los­gehen. Der Umgang gestaltet sich allerdings komplett anders als mit Opas Dampfradio. Drei verschiedene Konzepte gibt es, und die drei jeweiligen Marktführer sind in der Regel – wie bei den hier vorgstellten Testgeräten von Denon AVR-1912 und Onkyo TX NR 609 – vorinstalliert. Sie können direkt angewählt werden.

Dem klassischen analogen Radio am Nächsten kommt vTuner. Dieser Dienst ist für den Anwender kostenlos und bietet quasi einen Katalog mit Internetradio-Stationen aus aller Welt. Der PC kann hier getrost ausbleiben. vTuner stellt selbst den Kontakt zu tausenden ­Radiosendern her.

Das Bequeme daran ist die Kategorisierung. Zur Wahl stehen Sortierungen nach Genres, Ländern und Sprache. Sie suchen einen Nachrichtenkanal aus Portugal? Schnell gefunden. New-Orleans-Jazz in guter musikalischer wie klanglicher Qualität gefällig? Lieber Celtic Music? Oder Country? Der Katalog ist umfangreich.

Die Auswahl geht flott und übersichtlich über die Bühne; selbst mit den rudimentären Frontdisplays der Verstärker lässt sich vTuner leicht navigieren. Dabei merkt sich die Software die zuletzt angewählten Sender in einer Liste, sodass man Liebgewonnenes leicht wieder findet. Oder man legt eine dauerhaft gespeicherte ­Favoritenliste an.

Selbst zum DJ werden

Anders funktioniert der Dienst von last.fm . Der Anbieter hat etwas erfunden, das er „Scrobb­len“ nennt. Die Technik funktioniert ähnlich wie „Genius“ von Apples iTunes . Mit dem PC meldet man sich bei last.fm ­kostenlos an und trägt seine Lieblingsinterpreten lose in ­einer Vorgabeliste ein. Die Software erstellt daraus quasi einen Internetradiosender mit individuellem Programm, basierend auf den genannten Vorlieben. Aber es kombiniert auch Stücke aus den Tipps geschmacklich ähnlich gelagerter last.fm-Mitglieder, sodass man eben auch neue Musik zu hören bekommt. Tiefergehende Computerkenntnisse werden für die Bedienung nicht benötigt.

Kaum hat man sich mit seinem Benutzernamen im Client angemeldet, sprudelt schon das individualisierte Programm. Es passt sich quasi automatisch und elegant den eigenen Vorstellungen an. Daneben gibt es ­fertige Stationen zu allen erdenklichen Musikrichtungen. last.fm streamt in CD-ähnlicher Auflösung mit 44,1 kHz bei 16 Bit mit 128 kByte Datenrate.

Das dritte Modell bietet napster an: Bezahlradio. Man muss sich das vorstellen wie Sky-Abofernsehen . Hier gibt es individualisiertes Radio und Genre-Stationen in großer Vielfalt gegen eine Gebühr ab 7,95 Euro/Monat. Der Vorteil: Man kann napster ebenso wie einen Musikplayer mit eigenen, festen Playlists programmieren und hat diese dann stets präsent. Hinzu kommen natürlich auch Spartensender – und die Möglichkeit, Musik als MP3 gezielt einzukaufen.

Wie last.fm bietet napster eine große Zahl sogenannter Künstlerstationen an, auf denen Werke von nur einer Gruppe, einem Solo-Künstler oder einem Label gespielt werden, etwa bloß Blue-Note-Jazz oder alles von Madonna.

Allen Internetanbietern gemeinsam sind laufende Titel­angaben und Coverabbildungen. Fazit: Internetradio bietet einen Komfort und eine Vielfalt, die es zu entdecken gilt.




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