
Ratgeber
Tipps & Tricks für HDMI
HDMI stellt in der digitalen Welt Fluch und Segen zugleich dar. stereoplay ermittelte Wege und Lösungen, so manchen Fluch in Segen zu wandeln.
Eigentlich ist die Idee hinter HDMI eine sehr noble. Man transportiere digitale Audio-, Video- und Steuersignale in einer einzigen, leicht handzuhabenden Verbindung, die zudem preiswert herzustellen ist. Dumm nur, dass mit den hohen Auflösungen und dem Kopierschutzaufwand die Datenraten und damit die Frequenzen der Übertragung so hoch werden, dass es Informatikern nur so schwindelt, werden doch bis zu 10,2 Gigabit pro Sekunde in der mechanisch und elektrisch recht wackeligen Schnittstelle transferiert, wo ein typisches, datensicheres Computernetzwerk gerade mal bis auf 100 Megabit pro Sekunde beschleunigt.
stereoplays besorgte Redaktion versuchte im Dialog mit Herstellern und vor allem auch Heimkino-Händlern die gängigsten Probleme zu analysieren und die praktischsten Lösungen zusammenzutragen. Einige der häufigsten Probleme scheinen immer noch die mechanischen Eigenschaften der auf Preiswert getrimmten Schnittstelle zu betreffen. So bieten fast alle Hersteller Winkeladapter an, die Platz sparen und so manches Kabel vor dem Abknicken bewahren. Auch das Adaptieren des Bildsignals zwischen HDMI und DVI lässt sich rein mechanisch per Adapter lösen. Wo es Platzprobleme an den Buchsen gibt, da helfen kurze Adapterkabelstücke oder auch seitlich versetzte Adapter, wie sie beispielsweise Gefen anbietet.
Umsetzer wie dieser von Gefen erlauben die Verwendung von alten RGB- oder VGA-Kabeln zu Projektoren für HDMI-Signale.
Gegen herausrutschende Stecker gibt es Sicherungen, sogar universelle wie die „Pure Lock" Adapter von Oehlbach zu 15 Euro das Quartett. Diese halten den Stecker mittels der Schraube in der Buchse, die die Buchse selbst im Gerät fixiert. Einige wenige Hersteller bieten bislang Stecker mit integrierter Sicherungsschraube an.
Eine weitere gängige Problematik dreht sich um die Signalverteilung. Zwar bieten die neuesten Top-Verstärker zwei HDMI-Ausgänge an, doch auch Nutzer älterer Hardware besitzen oft neben dem TV-Gerät einen Projektor. Hier bieten sich Switcher mit zwei Ausgängen an, wie etwa der edel gemachte Marantz VS 3002 zu 350 Euro, der neben vier Eingängen zwei automatisch geschaltete Ausgänge verwendet.
Versagt die automatische Kommunikation zweier HDMI-Geräte, hilft Spatz HDMIFIX mit frei einstellbaren EDID als Vermittler.
Wer eine noch flexiblere Lösung benötigt, der findet beispielsweise mit der Kreuzschiene „Exzellenz HDMI Cross Switch 4x2" von in-akustik eine Lösung, zwei von vier Quellen auch unabhängig voneinander auf zwei Senken zu schalten, etwa den Sat-Receiver zum TV im Schlafzimmer und gleichzeitig den Blu-ray-Player zum Projektor im Wohnzimmer. Solcherlei Umschalter und Verteiler gibt es quasi in jede Richtung und für eine beliebige Zahl an Geräten.
Ein weiteres Hauptproblem stellt die verdeckte Verkabelung dar. Bis vor kurzem gab es nur fertig konfektionierte HDMI-Kabel, doch Oehlbach bietet nun ein vor Ort lötfrei konfektionierbares HDMI-Kabel/Stecker-Sortiment namens „XXL Ivory Emotion“. Damit lässt sich ein Kabel in dünnen Kanälen verlegen, um danach die Stecker zu montieren. Ein ebenfalls erhältlicher Kabeltester prüft die Verbindungen auf Fehler.
Der HDMI-REPDEC von Spatz dient als HDMI-Repeater, extrahiert und wandelt gleichzeitig bis zu 7.1 Kanäle Audio analog.
Manchmal macht die Kabeldämpfung bei längeren Stecken in normalen HDMI-Kabeln einen Strich durch die Rechnung. Ob es nur an der Dämpfung liegt, lässt sich leicht feststellen: Funktionieren niedrige Videoauflösungen noch, etwa 576p, hohe Auflösungen nicht mehr, dann helfen oft schon einfache Repeater am Kabelende, die das Signal wieder auf den richtigen Pegel bringen.
Besser sind so genannte Booster oder am besten gleich aktive HDMI-Kabel, wie sie beispielsweise PureLink in großen Längen anbietet. Die verwenden eine elektronische Anpassung des Signalpegels und entjittern das Signal auch gleich. Zur festen Verlegung bieten Kramer, Oehlbach, PureLink und andere Hersteller mittlerweile auch HDMI-Wanddosen an, um trotz fester Installation flexibel zu bleiben oder clever vorzuverkabeln.
Dieser 1-auf-2-Verteiler von Kramer sorgt mit seinem EDID-Speicher für reibungslose Kommunikation zwischen den HDMI-Geräten.
Solche EDID-Speicher sind auch als Einzelkomponente per Zwischenadapter erhältlich. Spezialist Spatz bietet mit dem „HDMIFIX" einen Adapter an, der frei editierbare EDID bietet und damit selbst Geräte, die nicht optimal per Automatik miteinander kommunizieren, einander einig werden lässt.
Uwe Sperling von Spatz birgt noch mehr Tricks in seiner Kiste. Sie haben einen alten Surroundverstärker, der nur analoge Eingänge besitzt? Kein Problem, der HDMI-REPDEC leitet zum einen die HDMI-Daten durch, zum anderen gibt er per 8-kanaligen D/A-Wandler bis zu 7.1 auch analog aus, wenn das Audiosignal als fertig decodiertes PCM-Signal vorliegt. Einen Player mit integrierten Decodern vorausgesetzt, lässt sich so manch altes Surroundverstärker-Schätzchen wieder mit aktueller Technik nutzen. Eine absolut coole Erfindung.
Winkelstecker und -adapter helfen mancher Strippe um die Kurve oder schlicht Platz im Kabelbaum zu sparen.
Die Redaktion muss sich schon fast dafür entschuldigen, dass nicht alle erdenklichen HDMI-Helfer jedes Herstellers genannt werden können, denn mittlerweile lässt sich fast jedes analoge oder digitale Audio- und Videosignal per HDMI verarbeiten oder hin und her wandeln. Also: Keine Angst, auch exotische Probleme sind lösbar. Fragen Sie Ihren Fachhändler.
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Tipps & Tricks für HDMI
- Teil 2 Was ist HDMI?
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