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Testbericht

AV-Receiver Pioneer SC LX 90

Testergebnis
57.0 Punkte
7000 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Johannes Maier

24. September 2008

Mit seinem neuen 7000-Euro-Gigant-Multikanaler mit Front-Videodisplay will Pioneer alles andere in den Schatten stellen. stereoplay prüft, ob dieses Vorhaben wirklich gelingt.

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AV-Receiver Pioneer SC LX 90

AV-Receiver Pioneer SC LX 90
Bild vergrößern 800 451 http://img3.magnus.de/AV-Receiver-Pioneer-SC-LX-90-r800x451-C-65e8d8a2-25025818.jpg 1) Mit „RF“-In für Alt-LaserDisc-Spieler und iLink-Buchsen bietet der LX 90 Rares. 2) Via Netzwerk-Anschluss verarbeitet der Pioneer auch Videodaten vom PC. 3) Von iPods holt er Musik via Dock, von neueren auch digital via Front-USB-Buchse. 4) Über RS 232 gelingt der Austausch von Setup-Diagrammen mit dem Computer. © Julian Bauer
© Julian Bauer

1) Mit „RF“-In für Alt-LaserDisc-Spieler und iLink-Buchsen bietet der LX 90 Rares. 2) Via Netzwerk-Anschluss verarbeitet der Pioneer auch Videodaten vom PC. 3) Von iPods holt er Musik via Dock, von neueren auch digital via Front-USB-Buchse. 4) Über RS 232 gelingt der Austausch von Setup-Diagrammen mit dem Computer.

Susano heisst der mythische japanische Herr von Meer und Stürmen. Wenn Pioneers neuer Mega-Surround-Vollverstärker neben der amtlichen Bezeichnung SC LX 90 eben diesen Beinamen trägt, lässt sich Großes ahnen. Und verstehen, dass er potentiellen Konkurrenten ein paar Sondervorteile überlässt.

Im Gegensatz zu den um 2000 Euro günstigeren Multikanal-Fürsten von Yamaha und Denon denkt der Pioneer gar nicht daran, sich mit meist lausig klingendem Internet-Radio herumzuschlagen. Gern gönnt er dem DSP Z 11 (4/08) seinen Oben/unten-Extra­prozessor oder dem AVC A 1 HD (6/08), dass er nicht nur MP3, WMA und dergleichen, sondern auch das mancherorts hoch geschätzte FLAC-Netz­format versteht. Und vermag der Susano, wenn er Analog-Video auf HDMI hochtransferiert, selbstredend aus Bildern mit jeweils halber Zeilenzahl volle herzustellen (De-Interlacing), die Linienzahl beliebig umzurechnen (Scaling) und sogar zu equalizen, scheut er sich – im Gegensatz zu dem Denon und Yamaha – HDMI-Bilder zu ­verändern: Die reicht er über seine sechs HDMI-Ein- und zwei -Ausgänge ausschließlich originalbelassen durch.

AV-Receiver Pioneer SC LX 90
Bild vergrößern 937 443 http://img1.magnus.de/AV-Receiver-Pioneer-SC-LX-90-r937x442-C-8d3b82a5-25025821.jpg Über den Multitipper in der Mitte gelingen nicht nur das allgemeine Setup, sondern – ohne Filmunterbrechung – auch Audio- und Video-Feinkorrekturen. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Über den Multitipper in der Mitte gelingen nicht nur das allgemeine Setup, sondern – ohne Filmunterbrechung – auch Audio- und Video-Feinkorrekturen.

Nicht tragisch, zumal die wahre Größe des SC LX 90 in einem eigens gekapselten Unterbau steckt. Um aus dem Platz, der von zwei Ventilatoren unterstützten Thermik sowie aus den Möglichkeiten üblicher Steckdosen wirklich das Letzte herauszukitzeln, setzt Pioneer dort nicht mehr konventionelle Wärmeschleudern, sondern zehn hocheffektive, von ICEpower bezogene Schaltendstufen ein. Und zwar solche, bei der zusätzliche, von den Boxenklemmen zu den Impulserzeugern zurückführende Gegenkopplungen dafür sorgen, dass die Ausgangs-Spulenfilter den Höhen-Dämpfungsfaktor und damit die Lautsprecherkontrolle nicht zu sehr verderben.

Ein Schaltnetzteil, das bei seiner Arbeit sorgsam den eingehenden Netzschwingungen folgt statt sie erst mal  zu schreddern, steigert weiterhin den Wirkungsgrad. stereoplays Messingenieure wunderten sich zuletzt trotzdem: Weil der ­Susano nicht ein oder eineinhalb, sondern sage und schreibe über zwei Kilowatt stemmt.

AV-Receiver Pioneer SC LX 90
Bild vergrößern 800 566 http://img2.magnus.de/AV-Receiver-Pioneer-SC-LX-90-r800x566-C-9398dd2f-25025824.jpg
Dabei erlaubt der 35,5 Kilo schwere Japaner, seine Power geschickt so oder so zu verteilen. Die Auswahl reicht von fünf Mal Bi-Amping über 9.1 inklusive zusätzlicher Surroundkanäle mit Extraprocessing bis hin zu Konstellationen mit zwei Nebenzimmern. Letzere werden – in einem Fall sogar via 3-Komponenten-Terminal – gerne auch mit extra anzuwählendem Video versorgt. Wenn dort weitere Multikanaler stehen, spielt ihnen der Pioneer über einen elektrischen und ­optischen Digitalausgang CD- oder DVD-Streams zu.

Mit viel Zeit gesegnete Hauptraum-Tonmeister lieben sicherlich die unerschöpfliche Setup-Finesse des SC LX 90, die – automatisch oder manuell und auch im Verbund mit PCs – sogar Boxen-Phasen-Fehlern begegnen kann. Im stereoplay-Hörraum trat der  Pioneer aber mit Vorteil in Direkt-Positionen an. Um den Testern dann schon bei CDs mit unfassbar druckvollen, rabenschwarzen Bässen wohlige Schauer über den Rücken zu jagen. Der nicht ganz so große Yamaha wirkte da vergleichsweise zart, was ihn aber nicht daran hinderte, mit nuancierteren Stimmen und kristalleneren Klavieranschlägen wieder davonzuziehen.

AV-Receiver Pioneer SC LX 90
Bild vergrößern 391 1000 http://img2.magnus.de/AV-Receiver-Pioneer-SC-LX-90-r391x1000-C-50f5cbb7-25025827.jpg
Bei Dolby Surround und DTS fühlte sich der Pioneer jedoch voll in seinem Element. Pink Floyds „Money" brachte er deutlich großräumiger, vielgestaltiger rüber. Ebenso stiegen Medeski Martin and Wood (DTS-Demo) noch mitreißender in die Eisen.

Mit HD-Blu-rays agierte der Susano erwartungsgemäß abermals prächtiger, funkelnder. Allerdings schlich sich nun Yamahas Feinstauflöser wieder an. Da donnerte der Pioneer: Lass mich jetzt endlich in Ruhe, der King der Surrounder bin ich.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen 44,0 x 25,0 x 48,0 cm
Gewicht 35,0 kg
Surround-Formate  
Kopfhörer-Surround nein
HDCD-Wiedergabe HDCD
Virtuell Surround
Decoder f. HD-Formate
Ausstattung  
Farben
Gattung (Rec. / Vollv./Vorver.) Vollverstärker
Fernbedienung Fernbedienung
Bildschirmmenü transparent
Lip-Sync nein
Lip-Sync Beschreibung
Equalizer manuell nein
Endstufen, Anzahl 10
Bänder
Kanäle
Video-Normwandler FBAS<>SV<>3K>HDMI
Skalierung
Videojustage
Beschreibung Videojustage
Netzbuchsen geschaltet 0
Autom. Einmessen mit Equalizing
AV-Anschlüsse  
Digitaleingänge Cinch/ Front 4/
Digitaleingänge optisch / Front 7/
Digitaleingänge HDMI/ FrontVersionsnummer HDMI 6/
Digitalausgang HDMI 2
Digitalausgänge Cinch 1
Digitalausgänge optisch 2
USB-Eingänge Front/ hinten
i-Pod-Anschluß
Netzwerkanschluß Bechreibung
Multikanal-Eingang
Aufnahme-Ausgänge Audio 1
Kopfhörerbuchse Kopfhörerbuchse
Vorverstärkerausgang
Labor-Daten  
Sinusleistung Stereo 8 Ohm 248,0 W
Sinusleistung Stereo 4 Ohm 362,0 W
Musikleistung Stereo 8 Ohm 259,0 W
Musikleistung Stereo 4 Ohm 506,0 W
Sinusleistung 5-Kanal 8 Ohm 245,0 W
Sinusleistung 5-Kanal 4 Ohm 267,0 W
Musik-Leistung 5-Kanal 4 Ohm 462,0 W
Musikleistung 5-Kanal 8 Ohm 246,0 W
Sinusleistung 5-Kanal 4 Ohm 267,0 W
Musik-Leistung 7-Kanal 4 Ohm
Musik-Leistung 7-Kanal 8 Ohm
HiFi-Sinusleistung 4 Ohm
effektive Impulsleistung 4 Ohm front
effektive Impulsleistung 4 Ohm Center
effektive Impulsleistung 4 Ohm surround
maximale Ausgangsspannung Z1 44,8 V
maximale Ausgangsspannung Z2 38,0 V
maximale Ausgangsspannung Z3
Anzahl der gemessenen Kanäle 5
Sinusleistung Surround 8 Ohm stp 247 W
Sinusleistung Surround 4 Ohm stp 260 W
Musikleistung Surround 8 Ohm stp
Musikleistung Surround 4 Ohm stp
Störabstand Line 99,0 dB
Störabstand Multikanal-Eingang
Störabstand Phono MM 81,0 dB
Störabstand Phono-Normsystem 77,0 dB
Störabstand Phono MC
Störabstand digital 100,0 dB
Störabstand ProLogic front 88,0 dB
Störabstand ProLogic Center 88,0 dB
Leistungsaufnahme Standby/ Betrieb 0,4/144 W
Netzwerkanschluß
Bewertung  
Kurzfazit Der neue, strahlende Multikanal-Championfürs semiprofessionelle Heimkino. Dafür stimmte ihn Pioneer weniger auf Detailversessenheit als auf faszinierende Kraft nd Mega-Räumlichkeit ab.
Klang Absolute Spitzenkl.
Klangpunkte Stereo
(max. 70 Punkte)
46
Klangpunkte Surround
(max. 70 Punkte)
54
Klangpunkte HD
(max. 70 Punkte
57
Messwerte
(max. 10 Punkte)
9
Praxis
(max. 15 Punkte)
10
Wertigkeit
(max. 10 Punkte)
9
Gesamturteil
(max. 70 Punkte)
Absolute Spitzenkl. 57
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 10/08
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