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Testbericht

CD-Player T.A.C. C 35 im Test

Testergebnis
60.0 Punkte
1700 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Raphael Vogt | Profil | Kontakt

22. Februar 2012

Ein CD-Spieler mit Röhren-Ausgangsstufe? Das ist nicht neu. Was die T.A.C.-Röhrenprofis für den C 35 (1700 Euro) ausgedacht haben, lässt allerdings die Ohren spitzen.

stereoplay Highlight: T.A.C. C 35

T.A.C. C 35
Bild vergrößern 850 416 http://img1.magnus.de/T-A-C-C-35-r850x416-C-d8d03fe8-52443401.jpg Makellose Verarbeitung und dezente Optik prägen den T.A.C. C 35. Das Display lässt sich dimmen und abschalten. „Level“ regelt den Kopfhörer. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Makellose Verarbeitung und dezente Optik prägen den T.A.C. C 35. Das Display lässt sich dimmen und abschalten. „Level“ regelt den Kopfhörer.

Mit 15 Jahren ist sie für ­einen Hersteller von Röhren-Verstärkern eigentlich ganz schön jung, die Tube Amp Company, kurz: T.A.C. Dennoch haben sich die Entwickler, die mit der Transistor-Firma Vincent verschwistert sind, bereits einen guten Ruf erworben. Zum Vollverstärker K 35 (Test in 1/10) – bei ihm wurde den stereoplay-Redakteuren warm ums Herz – gesellt sich nun eine digitale Quelle mit dem CD-Spieler C 35. Er passt nicht nur im Design zum Verstärker.

Auch hier gewähren Acrylglasscheiben einen Blick auf die inneren Organe und schützen sie gleichzeitig vor neugierigen Kinderfingern. Allgemein erwecken Verarbeitung und Ausstattung viel Vertrauen. ­Alles, was nach Metall aussieht, besteht auch daraus, die Tasten wirken präzise geführt und ­bieten einen klaren Druckpunkt. Der Level-Regler dosiert die Kopfhörer-Lautstärke. Das Display, das sich in zwei Stufen dimmen und abschalten lässt, gefällt mit kristallklarem Kontrast.

T.A.C. C 35
Bild vergrößern 820 403 http://img4.magnus.de/T-A-C-C-35-r820x403-C-77ddbdd-52443400.jpg T.A.C. stattet seinen C 35 mit zwei Ausgangspaaren aus. Die Paare lassen sich über die Fernbedienung in 26 Stufen im Pegel regeln. © Julian Bauer
© Julian Bauer

T.A.C. stattet seinen C 35 mit zwei Ausgangspaaren aus. Die Paare lassen sich über die Fernbedienung in 26 Stufen im Pegel regeln.

Eine HDCD-Kontroll-LED zeigt das Dekodieren entsprechend erstellter CDs an. Die Rückseite bietet zwei Stereo-Cinch-Ausgänge, deren Pegel sich in gut zwei Dutzend Stufen per Fernbedienung regeln lässt, sowie einen elektrischen Digitalausgang.

Auch die Fernbedienung besteht aus gebürstetem und dunkel eloxiertem Metall mit feinen runden Tasten und wirkt dadurch dezent edel. Sie bedient den Player und den Verstärker K 35.

T.A.C. C 35
Bild vergrößern 800 588 http://img2.magnus.de/T-A-C-C-35-r800x588-C-1f6a507b-52443408.jpg Hervorragend niedriger Jitter (156ps) © stereoplay
© stereoplay

Hervorragend niedriger Jitter (156ps)

Die Übersetzung von der Zahlenwelt ins Analoge übernimmt ein bewährter Burr-Brown PCM 1732 mit acht­fachem Oversampling. Der versteht auch HDCD-kodierte CDs, die er dann intern mit einer Auflösung von 96 kHz und 24 Bit weiterverarbeitet.

T.A.C. C 35
Bild vergrößern 800 450 http://img3.magnus.de/T-A-C-C-35-r800x450-C-b72d70eb-52443404.jpg Kleine Präsenzdelle nur bei ­Emphasis-CDs, sonst ausgewogen © stereoplay
© stereoplay

Kleine Präsenzdelle nur bei ­Emphasis-CDs, sonst ausgewogen

Nach der Analogwandlung kommen die Röhren zum Zuge. Eine 6N10 versorgt exklusiv den Kopfhörerausgang – daher auch der separate Lautstärkeregler. Ein Paar 12AX7-Röhren übernimmt gleich zwei Aufgaben. Zum einen kümmern sich die beiden um die sorgsame Verstärkung für die analogen Ausgänge; zum anderen verwenden die pfiffigen Entwickler die Doppeltrioden auch zur Spannungsstabilisierung. Mehr Röhre geht wohl in einem digitalen Zuspieler nicht.

T.A.C. C 35
Bild vergrößern 800 448 http://img3.magnus.de/T-A-C-C-35-r800x448-C-6e8502ab-52443409.jpg Etwas höherer Klirr mit klanglich günstig abfallendem Spektrum © stereoplay
© stereoplay

Etwas höherer Klirr mit klanglich günstig abfallendem Spektrum

Für den Hörtest lag es nahe, ebenfalls einen Player mit Röhren-Ausgangsstufe zum Vergleich heranzuziehen. Deshalb griffen die Tester zunächst zum Magnat MCD 850 (Test 11/08). Doch schnell war klar, dass der T.A.C. an der Konkurrenz aus Deutschland vorbeiziehen würde. Der Asiat spielte feiner und detailreicher, zeichnete einen tieferen Raum und bot vor allem im Bass deutlich mehr Kontrolle und Kontur.

Dann wechselte stereoplay in die Transistor-Welt: zu einem Creek Destiny 2 (Test 11/10). Die zwei Player waren sich in ihrer tonalen Balance gar nicht unähnlich, doch der Engländer spielte alles in allem ausgewogener. Der C 35 wirkte etwas zurückhaltend im oberen Mittelton, ein wenig sanfter in der Attacke.

Auf sympathische Weise schien der C 35 mit seinen samtigen, aber fein aufgelösten und nie zur Schärfe neigenden Höhen, mit dem warmen, dennoch kontrollierten und knackigen Bass ein wenig Schönfärberei zu betreiben. Dieser T.A.C ­demonstrierte eine dichte, plas­tische Abbildung mit großer Raumtiefe. Stets machte er einen unangestrengten und sanftmütigen Eindruck.

Die Idee, traditionelle Analogtechnik mit digitaler zu verheiraten, ist nicht neu. Sie führte aber selten zu einer so gelungenen Symbiose wie hier.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen (B x H x T) 43,0 x 13,2 x 35,5 cm
Gewicht 10,0 kg
Fernbedienung/lernfähig ja/nein
Ausgänge asymmetrisch/symm. ja/nein
Digitalausgänge TosLink/ST/Koax/XLR neinja/nein
Anzeige CD-/SACD-Text
lesefähig für CD-R/CD-RW ja/ja
Lautstärkeregelung ja
Kopfhörerausgang/regelbar ja/ja
Zufalls-Titelwahl ja
HDCD-Wiedergabe ja
Messwerte  
Fehlerkorrektur Infoschicht CD 0,20 mm
Fehlerkorrektur Oberfläche CD 0,20 mm
Leistungsaufnahme Standby/ Betrieb 27,6 W
Bewertung  
Klang Absolute Spitzenklasse
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
60
Messwerte
(max. 10 Punkte)
7
Praxis
(max. 15 Punkte)
9
Wertigkeit
(max. 10 Punkte)
9
Gesamturteil
(max. 120 Punkte)
sehr gut 85 Punkte
Preis/Leistung überragend
getestet in Ausgabe: 1/12


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