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Testbericht

CD/SACD-Spieler McIntosh MCD 500

Testergebnis
62.0 Punkte
8000 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Hans-Ulrich Fessler

10. März 2009

Nur ein superber Universalplayer? Von wegen. Der MCD 500 (8000 Euro) von McIntosh ist auch ein klasse Vorverstärker und D/A-Wandler.

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CD/SACD-Spieler McIntosh MCD 500

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McIntosh: Der Name steht seit jeher für stattliches US-High-End. Diesem Ruf werden die Amerikaner auch mit ihrem brandneuen Zwei­kanal-Player MCD 500 (8000 Euro) mehr als gerecht. Der Universalist beherrscht von Hochbit-SACD bis zu WMA und LowFi-MP3 alle gängigen Formate und gibt sie sowohl an Cinch- als auch an symmetrischen Anschlüssen aus. An je einem weiteren XLR- und Cinch-Buchsenpaar regelt er sogar die Lautstärke und macht so Vorverstärker stellenlos. Ähnlich schonungslos verfährt er mit D/A-Wandlern: Mit seinen optischen und koaxialen Digitaleingängen für CD-Spieler, MP3-Player oder DVB-Empfänger ersetzt er auch sie. Mit dieser Vielfalt an Features ist er ohne Wenn und Aber das Ausstattungs-Oberhaupt seiner Klasse.

Trotz soviel innerem High Tech präsentiert sich der MCD 500 äußerlich klassisch nostalgisch – und sehr solide. Seine Tasten honorieren den Druck mit einem satten Klack, die vergoldeten Buchsen sind felsenfest auf der Rückwand verschraubt. Das Display dürfte etwas größer ausfallen – es zeigt nur die Titelnummer an und muss per Knopfdruck gebeten werden, auf Spiel- oder Restlaufzeiten oder die Textinformationen von SACDs umzuschalten. Dank der großzügigen, hinterleuchteten und per Code auf Fremdgeräte programmierbaren Fernbedienung gelingt die Navigation selbst durch MP3-Unterverzeichnisse aber problemlos.

CD/SACD-Spieler McIntosh MCD 500
Bild vergrößern 937 836 http://img2.magnus.de/CD-SACD-Spieler-McIntosh-MCD-500-r937x836-C-e345f8d0-25025140.jpg Das Kapselung des Laufwerks schottet es gegen akustische Störungen ab, die Ausgangsstufen besetzt McIntosh mit ICs. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Das Kapselung des Laufwerks schottet es gegen akustische Störungen ab, die Ausgangsstufen besetzt McIntosh mit ICs.

Duldete McIntosh bei der Bedienung schon kaum Kompromisse, gingen die Amerikaner in der Schaltungstechnik restlos in die Vollen. Das Player­Innere erzählt weit mehr, als das auf der Geräteoberfläche auf Glas gedruckte, nebenstehende Blockschaltbild aussagt: Beispielsweise, dass hinter dem Netzfilter ein verlustarmer Schnittbandkerntransformator die hausinterne Stromversorgung sicherstellt. Oder dass eine zusätzliche Metallummantelung das Laufwerk mit der Druckguss-gelagerten Laser­einheit vor unliebsamen Mikrofonie-Attacken bewahrt und ganz nebenbei auch noch Laufgeräusche unhörbar macht.

Das Laufwerk selbst liest zur Sicherheit mit hoher Drehzahl alle Daten doppelt. Aus den – dank exzellenter Fehlerkorrektur – sauber gezapften Roh-daten vom Laufwerk oder den Digitaleingängen separiert ein „Digital Interface Receiver" die Takt- und Audiobits. Anschließend re-sampelt der Abtast­ra­ten­wandler des MCD 500 die Musikdaten (gleich, ob 32 kHz MP3 oder High Resolution 96 kHz) mit einer eigenen Clock auf ein einheitliches Niveau von 96 kHz / 24 Bit und riegelt damit den eigentlichen Konverter vom Spielertakt ab.

Das klingt alles schon recht gut. Fragt man jedoch nach der klangentscheidenden Baugruppe, bekommt man von McIntosh-Produktmanager ­Tony Frontera die knappe Antwort: „der Wandler“. Dieses Herz des MCD 500 ist ein ­symmetrischer 8-Kanal-D/A-Konverter namens ES 9008 S der US-amerikanischen Chip­manufaktur ESS Technologies. Lässt man ihn, dann schwärmt Frontera von dessen „einzig­artigem Auflösungsvermögen.“

Jeder der acht Stereo-Konverter kann so optimal arbeiten, weil er keinen analogen Ballast wie Filter- oder Pufferstufen mitschleppen muss. Der ES 9008 filtert digital, korrigiert die Höhenanhebung älterer CDs (Emphasis) auf digitaler Ebene und bietet theoretisch eine klickfreie (digitale) Lautstärkeregelung in fein gerasterten 0,5-dB-Schritten an. Allerdings geht bei niedri­gem Pegel einiges an Auflösung verloren; die Amerikaner regeln die Lautstärke deshalb lieber im Analogsignal.

CD/SACD-Spieler McIntosh MCD 500
Bild vergrößern 444 1000 http://img3.magnus.de/CD-SACD-Spieler-McIntosh-MCD-500-r444x1000-C-6a2abcb5-25025143.jpg Der beleuchtbare Handsender steuert auch Fremdgeräte. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Der beleuchtbare Handsender steuert auch Fremdgeräte.

Damit ihr Wunderchip nicht durch die nachgeschaltete Verstärkerstufe limitiert wird, setzen die McIntosh-Ingenieure hier auf  ultraschnelle J-FET-Operationsverstärker (Burr-Brown OPA 2134). Damit filtern sie das Analogsignal nach dem Konverter; die Spielerausgänge entkoppeln sie mit bipolaren Operationsverstärkern (NE 5532).

Dass der MCD 500 die Qualitäten des ES 9008 bestens nutzt, beweisen die exzellenten Messlabor-Ergebnisse: wie mit dem Lineal gezogene Frequenzgangverläufe und mit minus 117 Dezibel (CD) extrem geringe Störabstände. ­Jitter (Zeitschwan­kungen im ­Signal) verzeichneten die stereoplay-Prüfer aber trotz des hohen Taktaufwands.

Doch der Einwand des Labors verpuffte beim Hörtest schon bei den ersten Takten von CD. Der MCD 500 spielte jede Art von Musik lupenrein und sortierte Instrumente und Gesangs-Interpreten messerscharf auseinander. Einen ebenbürtigen Gegner fanden die Tester erst in der höchsten Etage des Referenzregals – etwa beim 6/08 getesteten Ayre C 5 XE. Der leuchtenden, glasklaren Spielweise des Mac (Hördurchgang via Cinch-Festpegelausgänge) hatte der Ayre nur wenig entgegen zu setzen. Vielleicht bot er etwas mehr musikalische Lockerheit und einen Tick mehr Höhenglanz; der Mac wirkte hier etwas zu sachlich.

Symmetrisch (Festpegel) aber legte er deutlich zu. Jetzt zeichnete er die Aufnahmeräume exakter nach und verfolgte den Hall besser. Klare Empfehlung: der MCD 500 sollte symmetrisch verkabelt werden, gleichgültig ob über die Fixed-oder die variablen Ausgänge. Derart angeschlossen, ging es dann auch zur SACD-Prüfung. Mit den Hochbit-Scheiben zauberte der MCD 500 eine nochmals habhaftere Abbildung und die feinere Auflösung. Das war schon richtig gut. Dabei hielt er ja noch eine Trumpfkarte in der Hinterhand: die Möglichkeit, auch externe Digitalgeräte per bordeigenen D/A-Wandler auf­zuwerten.

Und das machte er geradezu perfekt: Ein mit 62 Punkten benoteter CD-Spieler verlor rein gar nichts an Strahlkraft oder Präzision, wenn der MCD 500 die Wandlung seiner ­Musikdaten übernahm. Oder anders ausgedrückt: Der Amerikaner spornt selbst gute ­CD-Player (und erst recht ­mittelprächtige DVB-Receiver und ähnliches) zu klanglichen Höchstleistungen an.

Vielleicht gibt es Player, die in Einzeldisziplinen besser sind. In der Summe der Eigenschaften aber steht dieses ­Mc­Intosh-Universalgenie konkurrenzlos da.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen (B x H x T) 44,5 x 15,0 x 42,0 cm
Gewicht 12,8 kg
Fernbedienung/lernfähig ja/ja
Ausgänge asymmetrisch/symm. ja/ja
Digitalausgänge TosLink/ST/Koax/XLR ja/neinja/ja
Anzeige CD-/SACD-Text neinja
lesefähig für CD-R/CD-RW ja/ja
Lautstärkeregelung ja
Kopfhörerausgang/regelbar ja/ja
Zufalls-Titelwahl ja
HDCD-Wiedergabe nein
Messwerte  
Fehlerkorrektur Infoschicht CD 2,30 mm
Fehlerkorrektur Oberfläche CD 2,30 mm
Leistungsaufnahme Standby/ Betrieb 1,5/22,6 W
Bewertung  
Klang Absolute Spitzenklasse
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
62
Messwerte
(max. 10 Punkte)
9
Praxis
(max. 15 Punkte)
10
Wertigkeit
(max. 10 Punkte)
10
Gesamturteil
(max. 120 Punkte)
überragend 94 Punkte
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 2/09
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