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Testbericht

D/A-Wandler Ayre QB 9

Testergebnis
66.0 Punkte
2800 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Jürgen Schröder

15. Dezember 2010

Im Vergleich zum Audio Research DAC 7 gab sich der Ayre QB 9 (2800 Euro) zwar nicht ganz so schmeichelnd, ließ dafür aber die Muskeln noch etwas kräftiger spielen.

Es mutet in der Tat etwas befremdlich an, wenn ein 2800 Euro teurer D/A-Wandler wie der Ayre QB 9 mit nur einem einzigen Eingang daherkommt – noch dazu als USB-Buchse. Grund hierfür ist jedoch weder Knausrigkeit noch Willkür: Vielmehr steht Ayre-Chefdenker und -lenker Charles Hanson eigentlich gar nicht so sehr auf separate D/A-Wandler, sondern präferiert eher integrierte CD-Spieler.

Nicht ohne Grund: Durch die Unterbringung in einem Gehäuse lässt sich die elektronische Taktvorgabe für das gesamte System dicht beim Wandler anordnen und obendrein auch die Zeitbasis für das Laufwerk verwenden – ideale Voraussetzungen also für perfekt synchronen und jitterarmen Datennachschub. Separate Wandler hängen dagegen anschlusstechnisch an einer ziemlich langen Leine: Sie müssen ihren Steuertakt mühsam aus dem vom Digitalausgang des Laufwerks bereitgestellten Datenstrom herausdestillieren – was Jitterprobleme geradezu heraufbeschwört.

D/A-Wandler Ayre QB 9
Bild vergrößern 937 453 http://img1.magnus.de/D-A-Wandler-Ayre-QB-9-r937x453-C-d4ad410a-38877031.jpg Linker Ausschnitt: Mit dem Burr-Brown DSD 1796 verwendet der Ayre QB 9 einen der derzeit besten Wandlerchips. Rechter Ausschnitt: Ein „Field Programmable Gate Array“ (FPGA) beherbergt die Ayre-exklusiven Digitalfilter.

Linker Ausschnitt: Mit dem Burr-Brown DSD 1796 verwendet der Ayre QB 9 einen der derzeit besten Wandlerchips. Rechter Ausschnitt: Ein „Field Programmable Gate Array“ (FPGA) beherbergt die Ayre-exklusiven Digitalfilter.

Bei Computern mit ihren hochfrequent störvernebelten Gehäusen führte jedoch selbst für Charles Hanson am externen D/A-Wandler kein Weg vorbei. Allerdings ließ er sich einiges einfallen, um den QB 9 für perfektes Zusammenspiel mit der USB-Schnittstelle fitzumachen. Dazu holte sich Ayre mit Gordon Rankin einen überaus kompetenten Partner ins Boot: Der Chef von Wavelength Audio gehört zu den wenigen Entwicklern weltweit, die im Audio- wie auch im Computerbereich gleichermaßen zuhause sind.

Ayre: jitterfrei dank „Asynchronous“-Mode

Von ihm stammte denn auch die entscheidende Idee hinter dem QB 9: Der Ayre synchronisiert nicht wie üblich auf den vom Computer gelieferten Digitaldatenstrom, weil die dafür notwendige phasenstarre Regelschleife (PLL) unweigerlich  Jitter verursacht. Stattdessen  verwendet er eine eigene, hochstabile Zeitbasis, die die Audio­daten mit perfektem Timing aus einem speziellen Streaming-Controller- und Speicherbaustein namens TAS 1020 B abruft und dem von Burr-Brown stammenden Wandlerchip (PCM 1796) zuführt. Den Nachschub an Audiodaten für seinen Speicher handelt der Streaming-Controller dabei direkt mit dem Computer aus.

Volle zwei Jahre feilte Gordon Rankin an der Software zur Programmierung des USB-Controller-Chips, damit der QB 9 auch ohne spezielle Treiber perfekt mit Mac und PC kommuniziert – dabei darf es sogar Tonkost im 24/96-Format sein. Wie der Audio Research setzt auch der Ayre in seinen Ausgangsstufen ganze Schaaren einzelner Transistoren ein – dank SMD-Technik baut die gesamte Schaltung jedoch sehr kompakt. Typisch für Ayre-Komponenten verzichtet auch der QB 9 auf die Über-alles-Gegenkopplung, was der Klangqualität zugute kommen soll.  

Dass die Zusammenarbeit von Charles Hanson und Gordon Rankin äußerst fruchtbar war, bewies der Ayre im Hörtest: So versuchte er gar nicht erst, die Tester durch besondere klangliche Ausprägungen für sich zu gewinnen. Stattdessen musizierte der QB 9 so überzeugend, dass für Zweifel überhaupt kein Platz blieb. Wenn er spielte, war allen klar: So soll es klingen.

Im Vergleich zum Audio Research DAC 7 gab sich der Ayre zwar nicht ganz so schmeichelnd und weiträumig, ließ dafür aber die Muskeln noch etwas kräftiger spielen. Zudem besaß er die Fähigkeit, spannungsgeladene feindynami­sche Strukturen in der Musik wunderbar herauszuarbeiten.

Noch präziser durchgezeichnet und freier spielte der QB 9 mit Musikfiles im 24/96-Format. Die perfekte Gratwanderung zwischen Präzision und Musikalität belohnten die Tester schließlich mit 66 Punkten – damit ist der Ayre QB 9 die neue PC-Wandler-­Referenz bei s­tereoplay.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen (B x H T)HöheTiefe 21,6 x 7,6 x 29,0 cm
Gewicht 2,3 kg
Ausstattung/Funktionen  
Lautstärkeregelung digital nein
Lautstärkenregelung analog nein
Fernbedienung nein
Anzeige Samplingrate ja
Anzeige Wortbreite nein
Digitale Effektschleife nein
Maximale Abtastrate Cinch/AES 0
Maximale Abtastrate Optisch 0
Maximale Abtastrate USB 192
USB-Asynchron-Modus USB ja
Einstellbare Digitalfilter-Charakteristik ja
Zahl Filter-Optionen 2
Besondeheiten Reiner USB-Wandler, Asynchron-Modus.
Eingänge CD-Spieler  
Digital Cinch 0
Digital BNC 0
Digital optisch 0
Digital ST 0
Digital AES/EBU 0
Digital DSD nein
I2S 0
USB 1
Firewire 0
Ausgänge D/A-Wandler  
Ausgänge Cinch 1
Ausgänge XLR Stereo 1
Ausgänge Kopfhörer 6,3mm 0
Ausgänge Kopfhörer 3,5mm 0
Digitalausgang Cinch nein
Digitalausgang optisch nein
Digitalausgang sonstige:
Testurteil  
Kurzfazit Ausschließlich für USB-Anschluss gedachter Wandler mit phänomenalem Klang, der auch Signale im 24Bit/96kHz-Format vom Computer entgegennimmt.
Klang Absolute Spitzenklasse
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
66
Klangpunkte Vorverstärker
Messwerte
(max. 10 Punkte)
10
Praxis
(max. 15 Punkte)
8
Wertigkeit
(max. 10 Punkte)
9
Gesamturteil
(max. 120
93 überragend
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 2/10


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