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Testbericht

HDTV DVB-S Empfänger mit Festplatte Technisat HD S 2

Testergebnis
48.0 Punkte
600 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Johannes Maier

15. Januar 2008

HDTV-Tuner mit Festplattenrecorder standen bisher in den Sternen. Jetzt sammelt ein Alleskönner für 600 Euro himmlische Töne und Bilder tatsächlich auf Vorrat ein.

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"Mehr sein als scheinen": Auf den ersten Blick sieht der Musik- und Videofreund Technisats neuem HD S 2 für 600 Euro seine Sonderstellung nicht an. Diese Klientel klopft sich auch nicht gleich auf die Schenkel, wenn sie unter der Frontklappe eine USB-Buchse, zwei Kartenschlitze, die zu einem integrierten Conax-Decoder führen, sowie einen Einschubschacht für weitere Entschlüssel-Module entdeckt (Bild nächste Seite). Stück für Stück wächst aber die Begeisterung: etwa darüber, dass der HD S 2 MP3-Titel von Sticks oder externen Festplatten abspielt, oder dass Technisat für kleines Geld den Conax-Zugang zum firmeneigenen Radio-Bukett offeriert.


Bild vergrößern 937 217 http://img3.magnus.de/image-r937x216-C-f5171924-25015483.jpg Die Bedienung gelingt auch über die Tasten in dem Kreis © Julian Bauer
© Julian Bauer

Die Bedienung gelingt auch über die Tasten in dem Kreis

Wer mit dem Premiere-Angebot spekuliert, das unter anderem drei HDTV-Programme und attraktive Musiksparten-Kanäle umfasst, kann ein entsprechendes Decodier-Modul zukaufen. Mit etwas Nachdruck bekommt er auch eine Freischaltkarte, auch wenn Premiere den HD S 2 noch nicht formell zertifizierte.Vorsichtshalber geht die ansonsten übersichtliche Bedienungsanleitung nicht darauf ein: Dass der Besitzer seinen HD S 2 via Ethernet-Buchse mit einem PC verbinden und mit Hilfe einer Software names Mediaport CDs und DVDs bespielen darf. Auch für HDTV-Inhalte sollen eines Tages entsprechende Hilfsprogramme kommen, wonach der Datenjongleur sogar Blu-ray-DVD-Rs zu brennen vermag.

Auch wenn es ebenfalls ein wenig verwirrt, ist es prima, dass der HD S 2 Radiomusik nicht nur im Originalformat „MPEG 1 Layer 2“, sondern gleichzeitig in MP2 auf seiner Festplatte speichern kann – in einer Datenstrom-Variante, die nach der USB-Transaktion ein MP3-Player wiedergibt. Für viele mag auch der zweite, nach eigenem Antennenanschluss gierende Tuner zunächst Luxus bedeuten. Irgendwann wird er sich aber als nützlich erweisen, weil dank ihm ein Programm genossen und ein ganz anderes aufgezeichnet werden darf.

Dank seinem so schlauen wie hilfreichen Installations-Assistenten gelingt es dem Technisat so oder so, auch nicht PC-angefressene Besitzer schnell und problemlos in seinen Bann zu ziehen. „Aha" wird der Musikfreund dann schnell bemerken, da gibt es auch für Radio neben einer Haupt- und einer alphabetischen Gesamtliste drei Favoritenspeicher, in die ich etwa die Klassik und die Jazzprogramme und so weiter einsortieren kann. Und oho, da gibt es einen besonders schönen, nicht nur beim Vormerken von aufzunehmenden Sendungen nützlichen Programmführer, bei dem Technisat die etwa von der ARD bereitgestellten Daten um eigene Sat-Downloads ergänzt.

Technisat HD S 2 Innenansicht
Bild vergrößern 937 850 http://img3.magnus.de/Technisat-HD-S-2-Innenansicht-r937x850-C-bf1010c0-25015480.jpg Der Ton-D/A-Wandler 4705 von AKM versorgt nebenbei den Scart-Ausgang mit Video. Der kleine HDMI-Transmitter bringt die HDMI-Signale auf die Beine. HDMI 1.1 reicht, weil HD-Tonformate bei DVB unbezahlbar wären. Der viereckige Prozessor-IC bandelt mit der Ethernet-Außenwelt an. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Der Ton-D/A-Wandler 4705 von AKM versorgt nebenbei den Scart-Ausgang mit Video. Der kleine HDMI-Transmitter bringt die HDMI-Signale auf die Beine. HDMI 1.1 reicht, weil HD-Tonformate bei DVB unbezahlbar wären. Der viereckige Prozessor-IC bandelt mit der Ethernet-Außenwelt an.

Nachdem derlei Erkundung relativ schnelle Erfolge zeitigt, könnten Wellerjäger-Instinkte und der Wunsch nach einer Drehschüssel keimen, wobei das Einsammeln weiterer Satelliten – sonst oft ein Wackelspiel – dank der erzstabilen Software zügig und sauber gelingt.Gern wird sich der Fan nun den Ausgangs-Anschlussmöglichkeiten zuwenden, um beispielsweise zu entscheiden, dass er seinen Surroundreceiver nebst Monitor am HDMI-Ausgang anschließt. Und dann erfreut es umso mehr, dass der Technisat nicht nur die wenigen bis dato vorhandenen HDTV-Programme ausgeben, sondern auch Standard-TV mit ursprünglich 576 Zeilen in die HD-Formate 720p oder 1080i hochrechnen kann. Das führt insbesondere bei den hohen Video-Datenraten der Öffentlich-Rechtlichen Satellitensender zu ansehnlicher Bildverbesserung.

Um das Maximum an Klang rauszukitzeln, schließt der High-ender zusätzlich einen Stereo-PCM-D/A-Wandler an, wobei er sicherlich den für die meisten Ketten günstigeren koaxialen Digitalausgang des HD S 2 dem optischen vorzieht. Auf einen AV-Receiver sollte er deswegen aber nicht verzichten. Denn nur dieser erschließt dank eingebautem Dolby-Decoder die immer häufigeren Surround-Sendungen nicht nur beim TV, sondern auch beim Radio. Zwar kann der Technisat Dolby 2.0 (bei HDTV der Standard-Ton!) auch selbst decodieren und analog ausgeben. Er versteht sich bei 5.1 auch auf einen Downmix. Solche Schwerstarbeit bewältigt ein AV-Receiver aber leichter als der HDTV-Tuner, der genug andere Aufgaben hat.

Zum Beispiel die Lieferung bester Bildqualität. Eine offenbar schwierige Aufgabe, denn bei Probeläufen mehrerer Testaspiranten fand stereoplay bis dato keine besseren Ergebnisse, als sie schon die HDTV-Erstlinge boten: der DS 810 KP von Pace (2/06, 19 Bildpunkte) und der PR HD 1000 von Humax (5/06, 18 Bildpunkte).

Technisat HD S 2 Anschlüsse
Bild vergrößern 937 186 http://img2.magnus.de/Technisat-HD-S-2-Anschl-sse-r937x186-C-edf87e3a-25015486.jpg Üppige Anschlüsse inklusive HDMI bietet der HD S 2.

Üppige Anschlüsse inklusive HDMI bietet der HD S 2.

Der neue Technisat kam jetzt aber an den Humax nicht nur heran, er schaffte es sogar, ihn zu übertreffen. Via HDMI zauberte er (über den 3-Komponenten-Anschluss war der Unterschied noch deutlicher) definitiv plastischere Bilder und leuchtendere Farben sowohl auf Pioneers Plasma PDP 506 XDE als auch auf die vom Panasonic-Beamer PT AE 1000 E (10/07) bestrahlte Leinwand.

Der einzige Nachteil, dass die höhere Brillanz ein paar Grissligkeiten mehr zu Tage fördert, führte dazu, dass er die weniger strahlende, aber ruhigere und mit Farben ebenfalls wuchernde stereoplay-HDTV-Bildreferenz von Pace nicht ganz überwand. Bei der ungleich besseren Ausstattung inklusive Festplattenrecorder gereicht das Ergebnis von 19 HDTV-Punkten dem Technisat allerdings zu höchster Ehre. Zumal er auch bei der Tonwiedergabe voll überzeugte.

Beim Vergleich der Analogausgänge versuchte sich der Humax mit vermehrter Brillanz zu wehren – was nicht verhinderte, dass der etwas wärmer und flüssiger spielende HD S 2 einen Punkt mehr bekam, nämlich 44.

Beim Betrieb mit einem externen Digital/Analog-Wandler schenkten sich die drei, an entscheidender Stelle mit ähnlichen Chipsätzen von Conexant arbeitenden HDTV-Empfänger nichts. In jedem Fall lieferte der Super-Wandler DL III von PS Audio (12/07) für Radioverhältnisse fantastischen Drive, Raum, vornehme Kontur und tolle Höhen-Feinzeichnung ab. Das ergab stolze 48 Punkte, und damit erhalten nun auch der Humax und der Pace im Nachhinein die in Heft 3/07 eingeführte Bewertung für den Digitalausgang.

Bei aller Klangähnlichkeit läuft der Test dennoch auf einen Triumph für den Technisat raus: Denn mehr Tuner plus Recorder gab‘s fürs Geld noch nie.


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