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Testbericht

Kompaktlautsprecher Expolinear T 100 Mk II

Testergebnis
47.0 Punkte
1900 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Wolfram Eifert

15. Dezember 2007

Große Bandbreite ist die Zielvorgabe der T100 Limited Mk II, die im Paar 1900 Euro kostet, des Berliner Chassisspezialisten Expolinear.

Bewertung

Mit einer unteren Eckfrequenz von 37 Hertz (im stereoplay-Labor gemessen und bezogen auf -6 Dezibel) ist die hochgewachsene Kompakte tiefbasspotenter als viele Standboxen.Die Seitenwangen der T 100 sind aus massivem Naturstein gefertigt. Der ist nicht nur extrem schwer, er sorgt im Verbund mit Holz- und Glaselementen (Deckel) auch für eine überragende Neutralität und Ruhe im Klangbild, was sich im übrigen auch messtechnisch belegen lässt (stereoplay 11/2006).

Mit 32 Kilogramm ist das Kind der Hauptstadt drei Mal so schwer wie üblich, von der edlen visuellen Wirkung des Materials mal ganz abgesehen. Wie Dali setzt Expolinear auf einen Bändchen-Hochtöner, jedoch nicht in Kombination mit einer Kalotte, sondern als stand-alone. Während die meisten Vertreter dieser Bauform über eine rechteckige Membran verfügen, besitzt der formschöne Treiber ein quadratisches Schwingsystem: Vertikale und horizontale Richtwirkung sind somit gleich.

Expolinear T 100 Mk II Hochtonbändchen
Bild vergrößern 937 864 http://img1.magnus.de/Expolinear-T-100-Mk-II-Hochtonb-ndchen-r937x864-C-483b2970-12867121.jpg Die Bändchenmembran strahlt über eine runde Schallführung in den Raum. Wie bei einer Kalotte ist die Richtwirkung vertikal und horizontal gleich. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Die Bändchenmembran strahlt über eine runde Schallführung in den Raum. Wie bei einer Kalotte ist die Richtwirkung vertikal und horizontal gleich.

Der besondere Reiz des mit einem Übertrager ausgestatteten Systems – er hebt die Impedanz auf verstärkerfreundliche Werte – ist die geringe bewegte Masse seiner signaldurchflossenen Membran: ganze 6 Milligramm, Faktor 5 bis 10 weniger als bei den gängigen Kalottenhochtönern. Unterhalb der für ein Bändchen recht tiefen Übergangsfrequenz von 2700 Hertz agiert ein konventioneller Konustreiber mit stabilem Gusskorb. An Stelle der üblichen mitschwingenden Staubschutzkalotte verfügt er über einen feststehenden Phaseplug in Form einer rundlichen Nase, an deren Übergang zur Membran Luft aus dem Schwingsystem ein- und ausströmt, was der Wärmeabfuhr zugute kommt und eine Kompression der im Chassis eingeschlossenen Luft verhindert.

Ähnlich wie die Dali bereiteten komplexe Sinfonieorchester-Aufnahmen auch der Expolinear keine Probleme. Hier stach der konturierte Bass- und Grundtonsektor hervor, der sehr erwachsen daherkam. Interessant der Vergleich Bändchen gegen Bändchen: Wo die Dali eher hell timbriert und beinahe nassforsch zur Sache ging, gab sich die direkte Konkurrenz von Expolinear als distinguierte und dennoch stets auskunftsfreudige Lady; rassig klangen beide auf ihre Art. Die Expolinear tönte ähnlich rassig und distinguiert, wenn auch nicht ganz so quirlig wie die Phonar, dafür ging der Expolinear jede Vordergründigkeit ab. Räumlich eher flächig als punktgenau, lagen ihre Stärken in den Bereichen Feinsinn und Neutralität – ein langfristig sehr angenehmer Charakter mit auffallend tiefem, quantitativ eher unaufdringlichem Bass.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Breite 25,0 cm
Höhe 50,0 cm
Tiefe 28,0 cm
Gewicht: 32,0 kg
Aufstellungs-Tipp: freistehend, Hörabstand ab 2 m, normal bedämpfte Räume bis 30 m2
Messwerte  
Betriebsspannung für 90 dB SPL 4,8 V
Impedanz Minimum stp 4,8 Ohm
Maximallautstärke oberer Wert 100 dB
Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) 100 dB
Untere Grenzfrequenz (-3dB) 43 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 37 Hz
Bewertung  
Kurzfazit Schwergewichtige Kompaktbox mit Natursteingehäuse und Bändchenhochtöner. Feiner und kultivierter Ton ohne Aufdringlichkeit. Auffallend tiefer und trockener Bass.
Klang Spitzenklasse
Natürlichkeit 10
Feinauflösung 11
Grenzdynamik 7
Bassqualität 9
Abbildung 10
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
47
Messwerte 6
Praxis 4
Wertigkeit 8
Gesamturteil
(max. 120 Punkte)
gut 65
Preis/Leistung gut - sehr gut
getestet in Ausgabe 1/07


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