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Kompaktlautsprecher-System Mordaunt Short Mezzo 1 / Mezzo 9
Für die These, dass preiswerte Produkte keineswegs billig aussehen müssen, sind die neuen Mezzo 1 (2250 Euro) von Mordaunt Short der lebende Beweis.
Die Oberflächen sind zwar weder Lack noch Echtholz wie bei Elac und KEF, doch mit den täuschend echt wirkenden Nachbildungen in Eiche hell oder Walnuss dunkel lässt sich gut leben.
Der Woofer versteckt sein Anschlussfeld und die Kühlrippen im Sockel.
Akustisch ist keinerlei Sparwut zu erkennen, im Gegenteil. Das Gehäuse ist aus Gründen der Stabilität (gewiss auch ein wenig fürs Auge) an den Seiten gerundet, der Hochtöner gar ruht entkoppelt in einer Wanne aus Gummi.
Das Chassis selbst ist rückseitig mit einer Vielzahl kleiner Belüftungsöffnungen versehen. Das hinter der Membran befindliche Volumen soll dadurch regelrecht atmen, was marketingtechnisch sicher ein wenig hoch gegriffen ist, gewiss aber Reflexionen vermeiden hilft. Die Membran ist aus Aluminium geformt, dem derzeit populärsten Material.
Ein blaues Display erleichtert die Kontrolle. Die Fernbedienung enthält ein kleines Mikrofon zur Messung der Schallpegel. Rote Leuchtdioden dienen als Anzeige.
In den Filtern sorgen edle Polypropylenkondensatoren, teilweise sogar in Parallelschaltung, für geringe Verluste und enge Toleranzen. Viel Aufwand mithin für eine Preisklasse, in der normalerweise der Rotstift an jeder Ecke spürbar ist.
Ein wahrer Prachtkerl ist der für die Serie maßgeschneiderte Woofer, der vorne und hinten mit je einem 20 Zentimeter großen Alubass bestückt ist. Durch die Anordnung heben sich die Kräfte im Gehäuse gegenseitig auf, auch kann der Woofer nicht weghüpfen, was bei Geräten, deren Chassis alle in eine Richtung zeigen, durchaus vorkommt.
Der Woofer verfügt über diverse Einstellmöglichkeiten zur Klangoptimierung. Als Clou besitzt der 1000-Euro-Bolide zwei variable Notchfilter zur individuellen Bekämpfung von Raummoden. Die Kontrolle erfolgt bequem über eine große Fernbedienung, in die ein Schallpegelmesser integriert ist.
Der Hochtöner (im ausgebauten Zustand in der Seitenansicht) ist mit zahlreichen Röhrchen bedämpft.
Beim Downgrade auf 4.1 ging etwas Nachdruck verloren, der geschmeidige Grundcharakter aber blieb unverändert. Dank seiner großen Bass- und Grundtondynamik kam das Set auch gut mit nur drei oder zwei diskreten Kanälen zurecht, selbst im reinen Stereobetrieb war immer noch eine ansprechende Klangdichte gegeben.
Einen exzellenten Eindruck hinterließ der Woofer, der dem Set schon mit einem Exemplar zu großartigen Leistungen verhalf. Zwei hievten den Bass auf ein fast sensationelles Niveau. Mit seiner Rundheit und Pegelpotenz ist das Set ideal, wenn regelmäßig verschiedene Tonformate genutzt werden.

Kleines Spiel für zwischendurch

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