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Kopfhörer Stax SRS 4040 II
Neue EU-Richtlinien zwangen Stax, das Versorgungsteil für den Kopfhörer SR 404 Signature zu modifizieren. Damit klingt dieser eigentlich schon unschlagbare Elektrostat in der II-Version für 2180 Euro noch besser.
Es gibt Firmen, deren Modellpolitik als konservativ zu bezeichnen eine schlichte Untertreibung wäre. So eine Firma ist Stax.
Feine, aber wichtige Veränderungen: Das Versorgungsteil SRM 006 T II hat unter anderem neue Röhrentypen
Dass der Kopfhörer selber dabei nicht verändert wurde, zeigt hingegen, wie überzeugt man in Japan von dessen 1,35 Mikrometer dünnen Folien ist, die in einem durch hohe Gleichspannung erzeugten elektrostatischen Feld durch das hochtransformierte Musiksignal bewegt werden. Diese Konstruktion war und ist die Spitze des Machbaren, was auch für den geradezu exemplarischen Tragekomfort gilt.
Beim Versorgungteil hingegen beginnen die Verbesserungen schon an den Eingängen. Sie sind nun alle drei bequem von der Frontplatte schaltbar, während beim Vorgänger zwischen dem symmetrischen und einem asymmetrischen Eingang auf der Rückseite per Schiebeschalter gewechselt wurde.
Durch Lötbrücken lässt sich die Polung der symmetrischen Eingänge an alle Geräte dieser Welt anpassen.
Die weitere Schaltung behielten die Japaner in großen Teilen bei. So verstärkt nach derLautstärkeeinstellung mit aufwendigen Vierfach-Potentiometern von Alps weiterhin eine symmetrische Differenzschaltung mit rauscharmen J-FETs, deren Arbeitspunkte mit Stromquellen geregelt sind.
Danach folgt (statt der im Vorgänger eingesetzten 6FQ7 aus Jugoslawien) pro Kanal eine robuste 6CG7EH-Doppeltriode von Electro Harmonix. Die neuen Röhren russischer Herkunft bekamen für einen besseren Störabstand eine Gleichspannung zur Heizung, während man im Vorgänger dafür noch Wechselspannung verwendete. Zudem wurde die gesamte Schaltung optimiert, wodurch die Grenzfrequenz statt 44 Kilohertz nun 80 kHz beträgt.
Beibehalten hat Stax die Gleichspannungskopplung aller Verstärkerstufen, was zwar eine komplexe Stabilisierung der Arbeitspunkte erfordert, aber das Weglassen von klangverändernden Koppelkondensatoren ermöglicht. Auch dass die Schaltung inklusive des vierfachen Lautstärkereglers weiterhin symmetrisch ist und so Störungen verringert, ist löblich.
So war die Spannung groß, ob die Optimierungen beim Versorgungsteil sich auch in nachvollziehbaren Klangvorteilen bemerkbar machen. Aber schon bei den ersten Takten war mit dem SRM 006 T II eine deutliche Steigerung der an sich schon phänomenalen Detailwiedergabe des Vorgängers zu vernehmen. So klangen etwa bei Vetivers „You May Be Blue" („To Find Me Gone“, Fat Cat Records, siehe Vinyltipps) nicht nur das Fell der Basstrommel noch deutlich gespannter, sondern auch die Glockentöne mit mehr Glanz und längeren Schwebungen, ohne die Brillanz zu überbetonen. Stimmen verlieh das neue Versorgungsteil genauere Artikulation, wie etwa Schuberts Liederzyklus „Die schöne Müllerin" (Deutsche Grammophon, Clearaudio, siehe Vinyl tipps) zeigte. So sang Fritz Wunderlich deutlich unverkrampfter, Nuancen konnte man leichter folgen, während Hubert Giesens Klavierbegleitung noch flüssiger und impulsiver wirkte.
Als schließlich die elektronisch erzeugten Töne von Soylent Green („La Forza Del Destino“, Playhouse Play 124, 7/06) direkt und druckvoll in höchster Auflösung kamen, war klar: Die Kombination SRS 4040 II ist die neue stereoplay Referenz.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Gewicht | |
| Funktionsprinzip | |
| Zubehör | |
| Messwerte | |
| Impedanz | |
| Wirkungsgrad | |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Der elektrostatische Kopfhörer Stax SR 404 Signature ereeicht mit dem neuen Versorgungsteil SPM 006 T II eine gradezu atemberaubende Detailwiedergabe und Natürlichkeit. |
| Klang | Spitzenklasse |
| Klangpunkte max. 70 |
54 |
| Messwerte max. 10 Punkte) |
8 |
| Praxis max. 15 Punkte) |
9 |
| Wertigkeit max. 10 Punkte) |
8 |
| Gesamturteil max. 120 Punkte) |
gut - sehr gut 79 |
| Preis/Leistung | gut - sehr gut |
| getestet in Ausgabe: | 9/06 |
Kleines Spiel für zwischendurch


