
Lautsprecher ASW Genius 510
Bei ASW gibt es richtig viel Lautsprecher fürs Geld. Die Genius 510 (5500 Euro pro Paar) baut auf Top-Chassis und -Materialien. Da kann der Klang nur brillant sein.
Mann, ist das ein Kaliber. Mehr als einen Meter über dem Fußboden, wo die meisten Standboxen längst zu Ende sind, prangt bei der Genius 510 einer von zwei Tieftönern mit Holzfasermembranen im wuchtigen 8-Zoll-Format.
Dank großzügigem Einsatz von Neodym sind die Magnetsysteme der Tieftöner deutlich kompakter als gewohnt.
Das Terminal an der Rückseite verträgt Kabelschuhe und Bananenstecker.
So entsteht eine vertikal sehr ausgedehnte Schallquelle, die bei den im Mittenbereich üblichen Wellenlängen zu einer deutlichen Schallbündelung führt. Fußboden und Zimmerdecke werden weniger intensiv beschallt – was auch weniger Reflexionen von diesen Flächen zur Folge hat.
Frequenzgang & Impedanzverlauf: Hoher Wirkungsgrad, aber nicht ganz ausgewogen mit deutlicher Divergenz vertikal; Impedanzmin. 2,6Ω
Pegel- & Klirrverlauf: Extrem geringer Klirr in den Mitten; keine Kompression, auch im Bass
Laut, lässig, locker
Bei Bedarf werden gigantische Maximalpegel erreicht, bis zu 116 Dezibel. Kleinere dreistellige Werte, bei denen filigraner gebaute Boxen oftmals bereits husten und quaken, absolviert die Genius fast im Leerlauf. Ein einsames Watt Verstärkerleistung genügt für einen Schallpegel von satten 88 Dezibel. Das sind Verhältnisse fast wie bei Hörnern. Hier deklassiert die ASW viele Wettbewerber, auch solche mit ähnlich üppigen Formen.
stereoplay Bedarfsprofil: Benötigt für HiFi-gerechte Pegel Verstärker ab 22 Watt an 3 Ohm
Vom Klangcharakter her verträgt sich die ASW am besten mit tendenziell eher satt und samtig klingenden Verstärkern, denn die Box selbst ist von der agilen und temperamentvollen Sorte, die bei zu hoch gewählter Abhörlautstärke und hell abgemischten Platten durchaus mal kantig tönen kann.
Konzeptionell bedingt klingt die Genius 510 bei kurzen Hörentfernungen etwas kühler, dafür jenseits der Drei-Meter-Marke umso harmonischer. Bereits mit relativ zarten Verstärkern der 500-Euro-Liga gelingen ihr kraftvoll-zupackende Klangbilder. Mit richtig starken Amps und vorzugsweise großorchestraler Musik bringt sie ein Leben in die Hütte, bei dem kein Auge trocken bleibt.
Läuft zum Beispiel das rockig-tragende „Beyond“ des schwedischen Gitarristen Peder af Ugglas, dann geht die große ASW mit mörderisch massiven Bässen und unbeirrbarer Transparenz so richtig zur Sache.
Wer gerne öfter mal Gas gibt und keinen zu kleinen Raum nutzt, findet in der Genius 510 den idealen Spielpartner.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Breite | 29,0 cm |
| Höhe | 129,5 cm |
| Tiefe | 34,0 cm |
| Gewicht: | 35,5 kg |
| Aufstellungs-Tipp: | frei stehend, Hörabstand ab 3 m, normal bedämpfte Räume ab 30 m² |
| Messwerte | |
| Betriebsspannung für 90 dB SPL | 2,6 V |
| Impedanz Minimum stp | 2,6 Ohm |
| Maximallautstärke oberer Wert | 116 dB |
| Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) | 116 dB |
| Untere Grenzfrequenz (-3dB) | 38 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 29 Hz |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Hoch aufragende Standbox mit\r\nvornehmer Gestaltung in Lack\r\noder Echtholz. Betont moderne\r\nTreiber, Bassbereich und Mitten\r\ndoppelt bestückt. Zupackender\r\nund brillanter Klang: im Bass\r\nmachtvoll; trocken und klar in\r\nden Mitten. Extrem pegelfest! |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Natürlichkeit | 10 |
| Feinauflösung | 11 |
| Grenzdynamik | 14 |
| Bassqualität | 13 |
| Abbildung | 11 |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
59 |
| Messwerte | 8 |
| Praxis | 5 |
| Wertigkeit | 9 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
sehr gut 81 |
| Preis/Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe | 12/11 |
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