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Testbericht

Lautsprecher Audio Physic Yara II Evolution + Center

Testergebnis
49.0 Punkte
1000 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay Wolfram Eifert


Wolfram Eifert | Profil | Kontakt

1. September 2010

Selbst den stressigen Yello-Klassiker „The Race" konnte die Audio Physic Yara II Evolution (1000 Euro das Paar) erstaunlich souverän und durchaus druckvoll verarbeiten.

Wie viele erschwingliche Boxenmodelle stammt auch die Yara II Evolution des westfälischen High-End-Labels Audio Physic zu großen Teilen aus Fernost. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb ist der Wertigkeitseindruck für eine derart preiswerte Box absolut erstklassig.


Bild vergrößern 514 580 http://img2.magnus.de/image-r514x580-C-ebdfee47-37154474.jpg Der Hochtöner nutzt eine 30 Millimeter große Kalotte.

Der Hochtöner nutzt eine 30 Millimeter große Kalotte.

Form und Finish sind absolut gediegen

Die mit einem farblich abgesetzten Sockel ausgestattete Box trägt edle Echtholzfurniere, die die weit verbreiteten Foliendekore an optischer Rasse und Gediegenheit deutlich übertreffen. Gegen Aufpreis ist sogar schwarzer oder weißer Hochglanzlack zu haben.

Klasse statt Masse, dieses für das Äußere der Yara geltende Motto setzt sich auch bei der Bestückung fort. Wo andere fürs gleiche Geld ein Vielfaches an Membranfläche und Gehäusevolumen auffahren, lässt Audio Physic es bei lediglich zwei Treibern bewenden.

Die knappe Membranfläche limitiert die erzielbare Lautstärke auf Werte um 100 Dezibel. Mehr als genug für die meisten Anwender, zumindest mit kleineren Räumen, die nicht allzu stark bedämpft sind. Wie zum Ausgleich glänzt die Schönheit mit einer vorbildlichen Linearität und einem extrem gleichmäßigen Rundstrahlverhalten. Vergleichbar glatte Schalldruckkurven zeigt nur die ungleich größere Nubert, deren Pegelreserven satte 10 Dezibel höher liegen, was der doppelten Lautstärke entspricht.


Bild vergrößern 937 1466 http://img1.magnus.de/image-r937x1466-C-8d62f65b-37154477.jpg Das Terminal verzichtet auf Bi-Wiring zugunsten größerer Kontaktsicherheit. Über die runde Öffnung lässt sich der untere Teil mit Sand befüllen.

Das Terminal verzichtet auf Bi-Wiring zugunsten größerer Kontaktsicherheit. Über die runde Öffnung lässt sich der untere Teil mit Sand befüllen.

Pegelbolzerei war auch im Hörtest nicht die Domäne der Yara, unterdimensioniert aber klang sie keineswegs. Selbst den stressigen Yello-Klassiker „The Race" konnte die Yara erstaunlich souverän und durchaus druckvoll verarbeiten.

Was die Yara aus dem gefürchteten Klangkracher an Feinheiten hervorholte, war schlicht kolossal. Daran stark beteiligt war ihre räumliche Abbildung, die genaueste und schönste im Feld. Bei akus­tischen Klängen wirkte sie ungemein offen und antrittschnell, die Dickschiffe von Jamo und Nubert hingegen deutlich träger und inhomogener.

Der zugehörige Center: Audio Physic Yara II Center


Bild vergrößern 937 454 http://img3.magnus.de/image-r937x454-C-b8cb3ee2-37154471.jpg
Um die Problematik nicht voll zueinander passender Surroundboxen auch einmal bildlich darzustellen, wurden die zusammen gehörenden Stand- und Centerboxen an gleicher Position im Hörraum gemessen und die Kurven voneinander subtrahiert. Bei klanggleichen Boxen würde sich eine waagerechte Linie ergeben. Die abgebildeten Kurven belegen, dass dies keinem Hersteller hundertprozentig gelang.


Bild vergrößern 937 446 http://img3.magnus.de/image-r937x446-C-65e6c7c4-37154468.jpg
Der Yara II Center tönt grundtonseitig lauter als die Standbox, im Bass schlanker. Letzteres ist kaum von Bedeutung, da die meisten Anwender ihre Center im bassbegrenzten Small-Modus betreiben, was auch deren Pegelreserven schont. Klanglich wirkte der Yara II Center streckenweise so fremd, als stamme er aus einer anderen Baureihe. Was uns kaum verwundert, da er gänzlich andere Chassis verwendet. Besitzer von Yara-Standboxen sind mit einer dritten Säule besser bedient oder wählen die Betriebsart „Phantom“.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Breite 17,0 cm
Höhe 95,0 cm
Tiefe 23,0 cm
Gewicht: 13,0 kg
Aufstellungs-Tipp: freistehend, Hörabstand ab 2 m, normal bedämpfte Räume bis 30 m²
Messwerte  
Betriebsspannung für 90 dB SPL 3,9 V
Impedanz Minimum stp 3,7 Ohm
Maximallautstärke oberer Wert 100 dB
Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) 100 dB
Untere Grenzfrequenz (-3dB) 62 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 47 Hz
Bewertung  
Kurzfazit Grazile, ungewöhnlich vornehm gestaltete Nobel-Standbox mit vorbildlicher Sockellösung und klassischer Zweiwegetechnik. Feiner, betont natürlicher und insbesondere räumlicher Klang. Ideal für kleinere Räume.
Klang Spitzenklasse
Natürlichkeit 11
Feinauflösung 11
Grenzdynamik 7
Bassqualität 8
Abbildung 12
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
49
Messwerte 8
Praxis 4
Wertigkeit 7
Gesamturteil
(max. 120 Punkte)
gut 68
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe 2/10


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