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Lautsprecher Focal Diablo Utopia
Inhaltsverzeichnis
1/2
- Teil 1 Lautsprecher Focal Diablo Utopia
- Teil 2 stereoplay Interview mit Gerard Chrétien, Focal-Entwicklungsleiter
Alle Welt wartet gespannt auf Focals Über-Flaggschiff Grande Utopia. Dabei ist die kleinste der neuen Serie, die Diablo (8000 Euro das Paar), der heißeste Tipp...
Vorbild Grande Utopia: Jeder Treiber hat ein eigenes Gehäuse. Deren halbkreisförmige Anordnung (mit leicht zurückgesetztem Hochtöner) sorgt für eine phasengenaue Abstrahlung auf den Hörplatz.
Weil an diesem Schallwandler alles außergewöhnlich ist. Das Focal-Entwicklerteam um Gerard Chrétien verwirklichte hier all seine Lautsprecher-Utopien – ohne Rücksicht auf die Kosten. Die klassischen Tieftöner-Magneten sind nicht stark genug für wahrhaft souveräne Bässe? Dann werden einfach sündhaft teure Elektromagneten eingesetzt. Der bewährte Beryllium-Hochtöner genügt nicht mehr den neuesten Ansprüchen? Dann wird einfach eine neue Generation entwickelt. Die Gehäuseform der alten Utopia-Linie wirkt zu bullig? Dann wird einfach von einem Designbüro eine atemberaubende Skulptur entworfen.
Bei der Diablo wird die Halbkreis-Form aufgenommen: Auch hier sitzen die Schallentstehungszentren (die Schwingspulen von Hoch- und Tieftöner; Pfeile) exakt in einer Linie übereinander.
Zum Beispiel an die neuen 17-Zentimeter-Tiefmitteltöner. Den eigenwilligen (und teuren) „FlowerPower“- Antrieb (siehe Bild unten) behielten die Franzosen bei, weil sie sich von der Anordnung höhere Effizienz bei besserer Kühlung und geringere Kompression versprechen. Neu hingegen ist die dank Lasertechnik äußerst exakt gefertigte, aus drei Lagen Glasfaser bestehende, gräuliche Komposit-Membran.
Und neu ist auch der im eigenen Separee untergebrachte Hochtöner. Nicht so sehr die inverse Beryllium-Membran, sondern vielmehr der trickreiche Aufbau, mit dessen Hilfe die Franzosen die Eigenresonanz auf unter 600 Hertz senken konnten. Das ist respektabel und sorgt im Übergangsbereich für sehr niedrige Verzerrungswerte.
FlowerPower: Das Magnetfeld wird von sechs kleineren statt eines großen Magneten erzeugt. Das ist teuer, sorgt aber für geringere Kompression.
Letzteres womöglich auch, weil sich Gerard Chrétien und seine Crew nicht allein auf neuestes Hightech und eine blitzsaubere technische Abstimmung verlassen, sondern weil sie ihre Flaggschiff-Linie, also auch die kleine Utopia, konsequent auf beste Phasenlage trimmen. Das sieht man an der Gehäuseform mit dem zurückgesetzten Hochtöner genauso wie an der weitgehend phasenreinen OPC-Frequenzweiche (Phase Optimum Crossover). Die Franzosen unternehmen alles Erdenkliche, um die Signale von Hoch- und Tieftöner zeitgleich am Ohr des Hörers ankommen zu lassen.
Die inverse Beryllium-Kalotte ist das Markenzeichen von Focals Top-Lautsprechern. Die Membran ist extrem leicht und steif – und muss deshalb durch ein Gitter geschützt werden.
Und das hört man auf Anhieb. Angeschlossen an verschiedensten Verstärkern (neben dem Cayin und der Thorens-Referenzlektronik auch der Burmester 082 und der Naim SuperNait), entwarf die kleine Französin immer eine absolut schlüssige, greifbare und wunderschön tiefe Raumdarstellung.
Was ebenfalls sofort auffiel: Die Diablo spielte wie ein großer Standlautsprecher. Die wuchtigen E-Bass-Schläge auf „Kompet Gar“, dem Hörtestklassiker des norwegischen Jazz-Gitarristen Terje Rypdal, kamen beeindruckend druckvoll, sauber und tief. Keine Spur von diesen überzogenen Pseudo-Bässen (gern mit einer Überhöhung zwischen 70 und 120 Hertz), mit der manch überforderte Kompaktbox an Anschein von „viel" erwecken möchte. Der 17er-PowerFlower-Bass läuft völlig linear runter bis 60 Hertz – was der Diablo übrigens auch eine Aufstellung in Wandnähe erlaubt, ohne dass die Bässe zu füllig werden.
Doch die saubere und relativ tiefe Bassabstimmung der Diablo fordert einen Tribut: Das Messlabor ermittelte einen Maximalpegel von 94 Dezibel. Das verhindert natürlich Bassorgien in Orginallautstärke.
Durch den Aufbau der rückwärtigen Kammer kann die Luft problemlos entweichen. Die Eigenresonanz sinkt, und Kompressionen werden fast komplett vermieden.
Eine KEF Reference 201/2 geht hier forscher zu Werke, präsentiert die Pauken imposanter, ist in den unteren Mitten noch genauer und wirkt dadurch etwas „schneller“. Doch wenn die Tutti losbrechen, wenn es wirklich komplex wird, bleibt die Diablo gelassener. Geradezu mühelos zelebriert sie ihr jederzeit aufgeräumtes, warm-ausgewogenes und fein transparentes Klangbild. Ein Traum für jeden, der gern und lange Musik hört.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Breite | 25,8 cm |
| Höhe | 43,0 cm |
| Tiefe | 43,0 cm |
| Gewicht: | 20,0 kg |
| Aufstellungs-Tipp: | Am besten frei auf dem dafür entwickelten Ständer. Für Räume bis 30 m² |
| Messwerte | |
| Betriebsspannung für 90 dB SPL | 4,0 V |
| Impedanz Minimum stp | 3,9 Ohm |
| Maximallautstärke oberer Wert | 97 dB |
| Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) | 97 dB |
| Untere Grenzfrequenz (-3dB) | 69 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 60 Hz |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Edel-Kompaktbox mit superber Verarbeitung und traumhaft ausgewogenem, feinem, erwachsenem Klang. Sollte auf die Diablo-Ständer. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Natürlichkeit | 14 |
| Feinauflösung | 13 |
| Grenzdynamik | 7 |
| Bassqualität | 10 |
| Abbildung | 13 |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
57 |
| Messwerte | 7 |
| Praxis | 3 |
| Wertigkeit | 10 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
gut - sehr gut 77 |
| Preis/Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe | 12/08 |
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Lautsprecher Focal Diablo Utopia
- Teil 2 stereoplay Interview mit Gerard Chrétien, Focal-Entwicklungsleiter
Kleines Spiel für zwischendurch


