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Lautsprecher Infinity Prelude Fourty
Inhaltsverzeichnis
1/2
- Teil 1 Lautsprecher Infinity Prelude Fourty
- Teil 2 stereoplay Interview mit Frank Gaisser
Die dürren Jahre bei Infinity sind offensichtlich vorbei: Die Amerikaner präsentieren nach langer Abstinenz endlich wieder eine seriöse Kappa-Nachfolgerin: die Prelude Fourty für 9000 Euro das Paar.
Kennzeichen Flachmembran: Vier MRS-Mitteltöner arbeiten pro Prelude 40. Jeder hat ein eigenes Gehäuse.
Die Preise sind längst wieder stabil, aber jetzt hat Infinity – sieht man von der bezaubernden Designlinie Cascade ab – nur noch langweilige Durchschnittsware im Programm. Die Verantwortlichen vollzogen einen radikalen, nur schwer verständlichen Bruch zur erfolgreichen Zeit. Wo ist heute Infinitys ambitionierter High-End-Lautsprecher, den die Fans wirklich ernst nehmen können?
Im stereoplay-Hörraum. Hier steht derzeit das europaweit erste Pärchen des neuen Infinity-Flaggschiffs Prelude Fourty. Und sie sieht gut aus. Selbst für kritische deutsche Augen ist ihr Korpus sauberst verarbeitet und wurde von den Entwicklern – im krassen Kontrast zu den früheren Modellen – extrem schlank gehalten. So schlank, dass die beiden 8-Zoll-Bässe auf die Seitenwände verbannt werden mussten. Da wäre eigentlich auch Platz für größere Chassis gewesen, oder?
Das drückt: Pro Box sorgen zwei 20 Zentimeter-Tieftöner für ein sattes Bassfundament.
Das gilt vor allem für den auffälligen MRS-Mitteltöner (Maximum Radial Surface), von dem sich gleich vier auf der schmalen Front tummeln: Die beiden oberen bearbeiten den Bereich von 100 bis 2000 Hertz, die beiden unteren hingegen sind nur zwischen 100 bis 400 Hertz aktiv und erhöhen hier die Bassfläche und somit die Belastbarkeit.
Die beiden oberen MRS-Mitteltöner bilden gemeinsam mit der Keramik-Hochtonkalotte eine D'Appolito-Konfiguration.
Was das Messlabor bestätigen konnte. Im (nicht abgebildeten) Wasserfalldiagramm zeigt sich nur eine leichte Welligkeit bei 1000 Hertz. Viel auffälliger ist der geringe Schalldruck von nur 80,6 dB (2 Volt / 1 Meter). Das ist sehr leise und erfordert kräftige Verstärker jenseits von 100 Watt pro Kanal. Steht aber ausreichend Leistung zur Verfügung, kommt die Prelude auf passable 104 dB Maximalschalldruck – was die Theorie stützt, dass die MRS-Mitteltöner zwar leise, aber hoch belastbar sind.
Aus Platzgründen sitzen die Tieftöner auf unterschiedlichen Höhen - sonst kämen sich ihre Magnete ins Gehege.
Die wirklich gelungene Vorstellung rührte auch von dem gleichermaßen tiefen wie souveränen Bassfundament her. Satt und mit viel Nachdruck wuchteten die Prelude Fourty mühelos auch schwärzeste Elektrobässe wie in dem 80er-Jahre-Klassiker „War" (Frankie Goes To Hollywood) in den Hörraum. Gar nicht übel für eine so schlanke Säule...
1) Der Antrieb der MRS besteht aus langen Stabmagneten... 2) ...in deren Luftspalt ovale Schwingspulen die MRS-Membran fast über die gesamte Fläche antreiben. 3) Die Flachmembran selbst ist über mehrere Falze zusätzlich versteift.
Das aber tat der Begeisterung für die Prelude keinen Abbruch, denn sie kann etwas, das nur wenigen Boxen gegeben ist: die völlige Loslösung des Klangbilds von den Boxen. Man muss sich einmal ein so wunderschön sphärisches Meisterwerk wie „Broken Heart" von Wolfgang Puschnig („Late Night Show“/Quinton) anhören. Sängerin Linda Sharrock und die Instrumente – vor allem das Vibraphon – standen wie in den Höraum modelliert; die Boxen hatten ganz offenkundig nichts mit der Musik zu tun – das ist große Kunst!
Mit den Infinitys früherer Tage hat die Prelude nur noch den Namen gemein. Die Prelude Fourty besitzt andere Stärken. Feingeister werden diesen neuen Stil bevorzugen.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Breite | 18,0 cm |
| Höhe | 145,0 cm |
| Tiefe | 47,0 cm |
| Gewicht: | 37,0 kg |
| Aufstellungs-Tipp: | So frei wie möglich, leicht auf den Hörer gewinkelt. Für Räume bis 40 m2. |
| Messwerte | |
| Betriebsspannung für 90 dB SPL | 5,9 V |
| Impedanz Minimum stp | 4,3 Ohm |
| Maximallautstärke oberer Wert | 104 dB |
| Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) | 104 dB |
| Untere Grenzfrequenz (-3dB) | 40 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 32 Hz |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Extrem schlanke, nicht immer neutrale Standbox mit sehr feinem und äußerst räumlichem Klang. Verlangt nach kräftigen Verstärkern. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Natürlichkeit | 10 |
| Feinauflösung | 13 |
| Grenzdynamik | 11 |
| Bassqualität | 12 |
| Abbildung | 14 |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
60 |
| Messwerte | 8 |
| Praxis | 3 |
| Wertigkeit | 8 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
gut - sehr gut 79 |
| Preis/Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe | 11/08 |
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Lautsprecher Infinity Prelude Fourty
- Teil 2 stereoplay Interview mit Frank Gaisser

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