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Lautsprecher Klipsch Palladium P 17 B
Nach dem Riesenerfolg seiner großen Palladium-Standbox bringt Horn-Pionier Klipsch nun mehrere kleinere Ableger an den Start. Die kompakte P 17 B (4000 Euro das Paar) ist speziell für knapp geschnittene Räume gedacht.
Die Einführung von neuen Produkten verläuft in allen Branchen nach demselben Strickmuster: Als erstes erscheinen die prestigeträchtigen Topmodelle, die Brot-und-Butter-Versionen müssen warten. Motorjournalisten sprechen vom Ferrari-Effekt: Kaum jemand kann sich das neueste Modell leisten, doch alle wollen wissen, wie es fährt. Gekauft wird ein Fiat 500, der mit dem Supersportwagen so gut wie nichts gemeinsam hat, aber doch aus dem gleichen Stall stammt.
Die horizontale Maserung verleiht der Box eine betont eigenständige Optik. Drei Farbvarianten (hier "Natural) stehen zur Wahl. Das Bi-wiringfähige Terminal ist ebenso wuchtig wie stabil.
Erfreulicher Weise ist das Einstiegsmodell keinen Deut weniger gediegen gestaltet. Spaltmaße und Oberflächen wirken sogar perfekter als seinerzeit beim Topmodell, dessen Testmuster der Nullserie entstammten. Die kleine Palladium basiert auf den gleichen, irrsinnig belastbaren Horntreibern, die auch die Schwestermodelle beflügeln.
Wie gehabt sichern ausgeklügelte Schallführungen eine deutlich innigere Kopplung zwischen Membran und Raumluft als bei konventionellen Aufbauten, sodass kleinste Auslenkungen genügen, um mächtig Schalldruck zu erzeugen.
Die beiden Horntreiber (links der Mitteltöner) überraschen mit ihrer komplexen Bauweise. Dazu kommen noch die vorgesetzten Schallführungen, die hier der Übersichtlichkeit halber nicht abgebildet sind.
In Sachen Pegel und Wirkungsgrad läuft das Topmodell dafür uneinholbar vorn. Der vorwiegend vom Bassbereich bestimmte Endschalldruck liegt satte 14 Dezibel höher, gleichzeitig ist die Empfindlichkeit im gesamten Frequenzbereich signifikant besser, der Wattbedarf nicht mal halb so groß.
Der Bass: Die mattgrau schimmernde Membran des Basstreibers basiert auf einem Mix aus Aluminium, Rohacell und Kevlar.
Von klanglichem Interesse waren weniger die schieren Schalldruckreserven (Werte um etwa 100 Dezibel erreichen auch herkömmliche Kompakte) als vielmehr die Art, wie die Klipsch mit Dynamikanforderungen aller Art umging.
Während Wettbewerber wie Opera Callas (stereoplay 10/2008) oder Sonus Faber Cremona Auditor M (2/2008) mehr die Schönheit und Aura des Ganzen betonten, zeigte sich die Klipsch als Verfechter der trockenen, bisweilen auch kantigen Gangart, die selbst im heftigsten Forte nichts glättet und keine Details unterschlägt, die bei konventionellen Boxen mehr oder minder elegant in soften Aufhängungen und auf Klirrharmonie getrimmten Antrieben hängen bleiben.
Der Mitteltöner: Drei Neodymmagneten befeuern die nach innen gewölbte, tief im Horn versteckte Alumembran des Mitteltontreibers.
Auch die kleine Palladium blieb nicht völlig verfärbungsfrei, doch selbst gegenüber so hochneutralen Exemplaren wie einer Thiel SCS 4 (Test 7/2008) blieben die Verschiebungen in einem Rahmen, den man getrost unter der Rubrik „persönliche Note" verbuchen kann.Was Schallführungen im Ernstfall leisten, zeigte die P 17 B bei feurigen Salsa-Rythmen mit Bläsern und Schlagwerk.
So knüppelhart und doch unangestrengt, so dynamisch lebensecht klingen am Ende halt doch nur gut gemachte Hörner wie dieses hier.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Breite | 23,4 cm |
| Höhe | 50,6 cm |
| Tiefe | 34,3 cm |
| Gewicht: | 13,6 kg |
| Aufstellungs-Tipp: | frei auf stabilem Boxenständer oder wandnah, normal bedämpfte Räume bis etwa 30 m² |
| Messwerte | |
| Betriebsspannung für 90 dB SPL | 3,4 V |
| Impedanz Minimum stp | 2,4 Ohm |
| Maximallautstärke oberer Wert | 100 dB |
| Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) | 100 dB |
| Untere Grenzfrequenz (-3dB) | 57 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 46 Hz |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Großformatige Nobel-Kompaktbox mit Horntreibern und eigenständiger Optik. Klingt sehr straff und direkt, dynamisch jederzeit kontrolliert. |
| Klang | Spitzenklasse |
| Natürlichkeit | 11 |
| Feinauflösung | 11 |
| Grenzdynamik | 10 |
| Bassqualität | 10 |
| Abbildung | 10 |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
52 |
| Messwerte | |
| Praxis | 4 |
| Wertigkeit | 9 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
gut 65 |
| Preis/Leistung | gut - sehr gut |
| getestet in Ausgabe | 11/08 |

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