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Testbericht

Lautsprecher Monitor Audio PL 300

Testergebnis
60.0 Punkte
7900 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay Wolfram Eifert


Wolfram Eifert | Profil | Kontakt

1. September 2010

Die Monitor Audio PL 300 (7900 Euro das Paar) klingt, wie sie aussieht: total rund und unaufgeregt, mit einem sagenhaft erdigen Bass. Mitten und Höhen wirken extrem sauber, aber nie vordergründig. Hier steht Genuss an erster Stelle.

Die PL 300 ist das größte Modell der Platinum-Serie von Monitor Audio und wahrlich kein Schallwandler, den man unauffällig verstecken könnte. Dagegen spricht das Lebendgewicht von 49 Kilogramm, wie auch die wahrlich imposante Leibesfülle.


Bild vergrößern 449 1000 http://img4.magnus.de/image-r449x1000-C-c563126f-37154420.jpg Über die gesamte Höhe läuft in der Senkrechten eine vielfach gelochte Versteifung. Vier Schraubelemente fixieren Front und Rückwand. Der Mitteltöner bewohnt eine eigene, akustisch vorteilhafte Kammer.

Über die gesamte Höhe läuft in der Senkrechten eine vielfach gelochte Versteifung. Vier Schraubelemente fixieren Front und Rückwand. Der Mitteltöner bewohnt eine eigene, akustisch vorteilhafte Kammer.

Tatsächlich ist die PL 300 nicht voluminöser als etwa die ASW oder die Focal, sie wirkt nur stämmiger, weil sie weniger hoch aufragt, aber breiter baut. Ohne den vorbildlichen Sockel aus einem hochdämpfenden High-Tech-Werkstoff sind es knapp 30 Zentimeter, inklusive Gerüst gar über 40.

Jedenfalls ist die Britin mit ihrem rassigen Mix aus Lack und Edelhölzern ein Blickfang vom Allerfeinsten. Der Wertigkeitseindruck der PL 300 liegt gleichauf mit dem der Focal und der ASW an der Spitze des Feldes.

Der Eindruck einer hingebungsvoll aufwendigen Bauweise gilt bei der Monitor ­Audio auch für die akustischen Zutaten, angefangen vom ausladenden WBT-Terminal über die strömungsoptimierten Bassreflexrohre bis zu den vier Stabilisatoren, die Vorder- und Rückseite verbinden. Das Gehäuse selbst ist aus verschiedenen Materialien zusammengefügt, darunter auch edelstes Biegesperrholz, stets mit dem Ziel größter Neutralität.


Bild vergrößern 937 625 http://img4.magnus.de/image-r937x625-C-7a3b0537-37154423.jpg Der aufwendige Sockel gefällt mit allerbester Stabilität und leichter Verstellbarkeit. Das riesige Terminal macht die Verkabelung zum Kinderspiel.

Der aufwendige Sockel gefällt mit allerbester Stabilität und leichter Verstellbarkeit. Das riesige Terminal macht die Verkabelung zum Kinderspiel.

Der Hochtöner erzielt eine gigantische Bandbreite

Die Chassis der PL 300 sind allesamt Eigenentwicklungen und daher nirgendwo sonst zu finden. Die drei Konusschassis verdanken ihre silberne Farbe Sandwichmembranen mit Auflagen aus Aluminiumkeramik auf einem Wabengerüst aus Nomex. Dem Mitteltöner steht rückseitig eine zylinderförmige, nach hinten spitz zulaufende Kammer zur Verfügung, aus demselben Werkstoff, der auch dem Sockel zu minimalem Eigenklang verhilft.

Besonders stolz sind die Engländer auf ihren Bändchenhochtöner, dessen im Gegensatz zu Kalottensystemen unmittelbar stromdurchflossene Membran ebenfalls auf einem Sandwich basiert, mit einer für Hochtöner dieser Art untypischen Steifigkeit. Dank einer Masse von nur 18 Milligramm soll das Chassis blitzschnell reagieren und Frequenzen bis zu 100 Kilohertz verarbeiten.


Bild vergrößern 841 1204 http://img3.magnus.de/image-r841x1204-C-f65d40c-37154426.jpg 1) Ein vollflächiger, akustisch gut durchlässiger Spannrahmen dient als Schutz. 2) Der Hochtöner mit Bändchen bündelt den Schall vertikal viel stärker als horizontal.

1) Ein vollflächiger, akustisch gut durchlässiger Spannrahmen dient als Schutz. 2) Der Hochtöner mit Bändchen bündelt den Schall vertikal viel stärker als horizontal.

Wie von Geisterhand gelang es der Monitor Audio, Klangbilder tief aus dem Basskeller heraus aufzubauen und so jene Erhabenheit zu erzielen, die sonst nur riesenhafte Boxen zuwege bringen oder Installationen mit optimal angebundenen Subwoofern.

Die Fülle wurde nicht mit tonalen Schwächen oder mangelnder Feindynamik erkauft, wo die PL 300 aller Unaufgeregtheit zum Trotz ein faszinierend hohes Niveau erreichte. ASW und Focal agierten eine Spur vorwärtstreibender, die Monitor Audio hielt mit ihrer Rundheit und Souveränität sehr erfolgreich dagegen.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemeine Daten  
Breite 41,0 cm
Höhe 111,3 cm
Tiefe 47,0 cm
Gewicht: 48,5 kg
Aufstellungs-Tipp: freistehend, Hörabstand ab 3 m, normal bedämpfte Räume ab 30 m²
Messwerte  
Betriebsspannung für 90 dB SPL 3,4 V
Impedanz Minimum stp 4,1 Ohm
Maximallautstärke oberer Wert 114 dB
Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) 114 dB
Untere Grenzfrequenz (-3dB) 36 Hz
Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 28 Hz
Bewertung  
Kurzfazit Stämmige Luxus-Dreiwegebox mit Bändchen-Hochtöner und aufwendigem Innenaufbau bei feinstem Finish. Wirkt klanglich wie eine Fels in der Brandung, löst bestens auf.
Klang Absolute Spitzenklasse
Natürlichkeit 13
Feinauflösung 12
Grenzdynamik 11
Bassqualität 13
Abbildung 11
Klangpunkte
(max. 70 Punkte)
60
Messwerte 8
Praxis 5
Wertigkeit 9
Gesamturteil
(max. 120 Punkte)
sehr gut 82
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe 4/10


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