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Lautsprecher Spendor ST
Die Spendor ST (8000 Euro das Paar) widersetzt sich dem Trend zu immer höheren Pegelreserven und Tiefbassorgien. Sie fokussiert auf Plastizität, wirkt tonal eigenständig. Leise tönt sie besonders fein und lebendig.
Während nicht wenige Boxenhersteller mit auffälligen Designlösungen und großem Materialeinsatz versuchen, ihren Wettbewerbern Marktanteile abzujagen, hält die britische Boxenschmiede Spendor offensichtlich wenig von derartigen Manövern.
Die Konuschassis: Der Tiefmitteltöner ist mit einer steileren Membran bestückt und trägt einen Phaseplug. Das Basschassis baut flacher und nutzt eine versteifend wirkende Staubschutzkappe.
Auftrumpfendes Marketing scheint im Hause Spendor ebenso verpönt, wer sonst käme auf die Idee, einen Schallwandler dieser Liga kurz und trocken „ST" zu taufen, ganz ohne Familiennamen und Ziffern. Erst auf Nachfrage, respektive in der knapp gehaltenen Produktinformation, erfahren Kaufwillige die Bedeutung der zwei Buchstaben: Statement heißt die geradlinig gezeichnete Säule mit vollem Namen, das klingt doch gleich viel besser.
Konstruktiv handelt es sich um eine vergleichsweise zierliche Zweieinhalbwegebox mit konventionellem Bassreflexgehäuse und eher moderaten Tiefbassfähigkeiten.
Spendor setzt voll auf Timing und Plastizität
Die Weiche: Die Filter nutzen herstellereigene, mit 630 Volt extrem spannungsfeste Kondensatoren. Die Ferritdrosseln sind jeweils um 90 Grad zueinander verdreht, um ein klangtrübendes Übersprechen zu verhindern.
Erst bei hohen 4000 Hertz greift der Hochtöner ein, ein Kalottensystem mit 29 Millimeter großer Gewebemembran und leicht divergierendem Abstrahlverhalten horizontal und vertikal zur homogeneren Anbindung an den sehr viel größeren Mitteltöner.
Im Detail finden sich dann doch die insgeheim erhofften Besonderheiten. Während die meisten Hersteller versuchen, ihre Gehäuse durch schiere Masse und maximale Steifigkeit so ruhig wie möglich zu bekommen, setzt Spendor an strategischen Stellen kleine, leichtgewichtige Dämpfer ein, um so ein musikalisch stimmiger wirkendes Abklingverhalten zu erzielen. In eine ähnliche Richtung zielt die spärliche Bedämpfung des Gehäuseinneren, zum Zwecke eines genauer strukturierten Bassbereichs.
1) Die mittleren Teile der Front sind in mehreren Kontrastfarben lieferbar. 2) Der obere Konustreiber fungiert als Bass und Mitteltöner, der untere nur als Bass.
Die Talente der Britin lagen mehr in den Bereichen Durchhörbarkeit und Rhythmusgefühl, etwa wenn Gesang und akustische Instrumente aufeinander trafen. Derart vornehm befeuert lieferte sie sich hitzige Zweikämpfe mit Blumenhofer und Thiel, was ein spannendes Finale versprach.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemeine Daten | |
|---|---|
| Breite | 20,0 cm |
| Höhe | 97,0 cm |
| Tiefe | 33,0 cm |
| Gewicht: | 28,0 kg |
| Aufstellungs-Tipp: | freistehend oder wandnah, Hörabstand ab 2,5 m, normal bedämpfte Räume bis 35 m² |
| Messwerte | |
| Betriebsspannung für 90 dB SPL | 4,5 V |
| Impedanz Minimum stp | 3,5 Ohm |
| Maximallautstärke oberer Wert | 96 dB |
| Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) | 96 dB |
| Untere Grenzfrequenz (-3dB) | 55 Hz |
| Untere Grenzfrequenz (-6 dB) | 44 Hz |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Klassisch geschnittene, nicht allzu große Edel-Standbox mit zweieinhalb Wegen, gediegen verarbeitet. Klingt anspringend schnell und lebendig, tonal jedoch eigenwillig. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Natürlichkeit | 11 |
| Feinauflösung | 13 |
| Grenzdynamik | 9 |
| Bassqualität | 11 |
| Abbildung | 13 |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
57 |
| Messwerte | 7 |
| Praxis | 4 |
| Wertigkeit | 8 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
gut - sehr gut 76 |
| Preis/Leistung | gut |
| getestet in Ausgabe | 4/10 |

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