Testbericht

MC-Tonabnehmer Transfiguration Orpheus

Testergebnis


Dalibor Beric

15. Oktober 2006

Der Transfiguration Orpheus für 3500 Euro fordert stereoplays Referenz heraus. Ob er diesen überflügeln kann?

Gutes besser zu machen gehört zu den schwierigen Aufgaben, denen sich ein Entwickler stellen muss. Sehr Gutes entscheidend zu verbessern ist hingegen für die meisten unmöglich. Nicht so für Seji Yoshioka, seines Zeichens Chef von Immutable Music und Entwickler der Transfiguration-Tonabnehmer. Er traute sich durchaus zu, seine weltweit vielfach ausgezeichneten MC-Abtaster klanglich nochmals zu verbessern. Der Orpheus beerbt den Temper  W (6/04), der mit seinen natürlichen Klangfarben ebenfalls im Laufe der Zeit viele Fans gewann.

Stellt sich die Frage, was Yoshioka überhaupt ändern konnte, um den Klang noch zu steigern. Von dem Grundaufbau mit Ringmagneten wollte er nicht abweichen, denn diese Konstruktion stellt einen sehr effektiven, verzerrungsarmen Generator dar, was sich auch im stereoplay-Messlabor zeigte. Also spielen sich die Veränderungen im Detail ab. Beim Orpheus glänzt nun eine kleinere Diamantnadel, die der Spezialist Ogura mit den Verrundungsradien 3 x 30 Mikrometer versieht. Bei den Magneten aus Neodym sah Yoshioka immerhin Handlungsbedarf in der Form.

Eine noch kleinere Spule aus hochreinem 7N-Kupfer (99,99999 %) hat nun das Orpheus. Dass es dennoch recht hohen Output besitzt und so die gleiche Ausgangspannung wie das Temper W, verdankt es einem Metallplättchen, das Yoshioka mystisch „SS-µ-Metal" nennt.Die Nadelträger hingegen veränderte er nicht. Dieser ist wie bei den Vorgängern ein massives Stäbchen aus Bor, nur bekam das Orpheus ein kleines Zwischenstück, das für besseren mechanischen Kontakt zum Spulenplättchen sorgt.

Neu ist das massive Aluminium-Gehäuse des Orpheus, das nicht nur im Vergleich zum Vorgänger Temper eine andere Form aufweist, sondern eine aufwendigere Bedämpfung erhielt.

Zu guter Letzt modifizierte Yoshioka die Dämpfunggummis. In  Hörtests ermittelte er ein mehrlagiges, aus unterschiedlichen Gummisorten bestehendes Spulenkissen.

Im Hörtest rief der Auftritt des Orpheus pure Begeisterung hervor, womit er sogar die Referenz Lyra Titan i (6/06) herausforderte. Doch selbst diese konnte die Reise des Orpheus nicht aufhalten. So glänzte der Lyra mit seiner unfasslich griffigen und direkten Spielweise sowie dem muskulösen und präzisen Bass, während sich der Transfiguration etwas feinfühliger und in der Raumdarstellung noch ein wenig großzügiger zeigte.

Der Titan i brachte Stimmen wie etwa die von Tatjana Troyanos oder Placido Domingo (Bizet: „Carmen“, Solti, Decca 6.5212) etwas körperhafter und stellte diese mehr in den Vordergrund. Der Orpheus hingegen ließ sie ein wenig lyrischer erklingen, mehr Nachhall des Opernraumes vernehmen und gab die höchsten Lagen noch ein wenig filigraner und dennoch strahlender wieder.So ging dieser Vergleich mit einem Patt aus, was Yoshioka bestimmt nicht bekümmern wird, da der Orpheus nun bei stereoplay  Co-Referenz ist.


Technische Daten und Testergebnisse

Messwerte  
Ausgangsspannung 8 cm/s 0,72 mV
Systemimpedanz 2,6 Ohm/ 5,2 µH
Tiefenabtastfähigkeit 315Hz 80 µm
Empfohlene Auflagekraft 20 mN
Hochtonverzerrungen 0,07 %
Tiefenresonanz im 13-g-Arm 9,5 Hz
Systemgewicht 8,6 g
Tonarm-Gewichtsklasse mittel
Bewertung  
Klang (max.70 Punkte) 59
Messwerte (max.10 Punkte) 8
Praxis (max.10 Punkte) 8
Wertigkeit (max.10 Punkte) 9
Das Transfiguration Orpheus zählt mit seinen sehr natürlichen Klangfarben, seiner weiträumigen Wiedergabe und dynamischen Spielweise nicht zur Spitze der MC-Tonabnehmer sondern ist bei stereoplay souverän die Co-Referenz.
stereoplay Testurteil
Klang Absolute Spitzenkl. 59 Punkte
Gesamturteil: 84 Punkte
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 11/06

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