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Musik-Server Naim HDX
Die ältere Generation begeistert der HDX (6500 Euro) mit einfacher Bedienung, Youngster sind fasziniert von seinen Netzwerkfunktionen. Ist Naim mit diesem Server der große Wurf gelungen?
Mit im Lieferunfang: Fernbedienung (links). Praktisch: Ein Web-Tablet spiegelt das Display; es kontaktiert den HDX über WLAN und LAN.
Rippen zum Beispiel: CD einschieben, den entsprechenden Menüpunkt auswählen, das war‘s! Der HDX verbindet sich im LAN-Netzwerk mit dem Internet und durchsucht zuerst die professionelle Musikdatenbank von AMG; wird er dort nicht fündig, die freie Datensammlung von FreeDB. Sogar eine interne Datenbank sorgt im Internetlosen Notfall für Erkennung der gängigsten CDs.
Geht während des Rippens ins Internet und sucht nach Künstlern, Album und Titelnamen.
Im stereoplay-Bedientest wurde aber auch schnell ein kleiner Haken deutlich: FreeDB liefert solch umfangreiche Informationen nicht. Wenn AMG die CD nicht kennt, ist Schicht im Schacht für solch wichtige Zusatz-Infos – händisch nachpflegen lassen sie sich (zur Zeit) leider nicht. Naim verspricht aber: „Wenn AMG mehrfach Abfragen zum gleichen unbekannten Album erhält, werden dessen Daten manuell in die Datenbank aufgenommen.
Ganz schön raffiniert: der HDX entkoppelt konsequent den Digital- vom Analogteil. Hochfrequente Musikdaten laufen über Trafos, niederfrequente Steuersignale über Optokoppler.
Hängt eine Festplatte oder ein NAS-HardDisk-Verbund am USB- oder Netzwerkeingang des Naim, scannt er die Inhalte, zeigt sie auf seinem Display an und gibt sie wieder – von MP3 über WMA, AAC und FLAC bis hin zu High-Resolution mit 192 kHz / 24 Bit. Je nach Größe der Datenarchive dauert es allerdings recht lange, bis er die Verzeichnisse verinnerlicht hat. Leider kopiert er von extern nichts intern. Schade auch: Wird die externe Quelle abgestöpselt, vergisst der Naim deren Inhalt. Doppelt schade: Sein eigenes Musikarchiv behält er für sich und lässt keine Kopien zu.
Ist die Bedienung schon einzigartig, lässt Naim auch in der technischen Ausstattung des Festplattenrecorders nichts anbrennen. Angefangen von einem konventionellen Netzteil bis hin zu Opto- (für Steuersignale) und Trafo-Koppler (für hochfrequente Musikdaten) zwischen dem Digital- und Analogpart. Als Wandler entschied sich Naim aus klanglichen Gründen für einen ultrapräzisen Konverterbaustein des amerikanischen Herstellers Burr-Brown.
Das Startmenü: „System“ legt fest, ob der HDX als Player oder Recorder arbeiten soll.
Solo als CD-Spieler gab sich der HDX eher schlank denn übertrieben voluminös. Er spielte mit einer erfrischenden Leichtigkeit auf und bot wie etwa der Naim CD 5x (3/05) eine weitreichende Raumabbildung mit fest fixierten Positionen und plastisch abgebildeten Instrumenten. 62 Punkte, Grund zum Feiern. Doch es ging noch besser: Dieselben Musikstücke klangen von der Festplatte noch eleganter und leichtfüßiger, der Bass zeigte mehr Bewegung und schnurrte zufriedener.
Würde sich vielleicht mit den teuren Zusatz-Umspannern der Klang noch weiter verbessern? Mit dem CD 555 PS machte Musikhören plötzlich noch mal deutlich mehr Spaß. Der Raum legte in seinen Dimensionen zu, er wirkte noch „lebendiger“. Bässe zeigten mehr Fasern und Muskeln, Stimmen atmeten freier. HDX mit Zusatz-Netzteil macht süchtig.
Erst recht, wenn der Naim via LAN Musikdaten in Master-Audio-Qualität zugespielt bekam. Dann war die Illusion so perfekt, als säße der Hörer in der Aufnahmeregie. Besser als der Laufwerklose Linn Klimax DS (2/08) war die Naim-Kombi zwar nicht. Aber: Mit ihrem Musikarchiv darf sie sich zu Recht „erster audiophiler Festplattenspieler der Welt" nennen.

Kleines Spiel für zwischendurch

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