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Phonostufe Brinkmann Edison
Brinkmann setzt bei seiner neuen Phonostufe Edison (9000 Euro) auf klare Schaltungen, auf Röhren und Anschlussvielfalt. Ob dies ausreicht, um auch klanglich zu überzeugen?
Inhaltsverzeichnis
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Das zeichnet auch seine Geräte aus, die optisch eher mit Understatement daherkommen. Es gibt nur ganz wenige Hersteller, die es schaffen, interessante Technik so harmonisch und appetitlich zu verpacken. Das gilt auch für die Edison, die 9000 Euro kostet.
Über kleine Schalter an der Rückwand kann man die Eingangswiderstände für alle drei Inputs separat einstellen. Die Eingangsübertrager lassen sich an der Front dazuschalten (1). Die Entzerrung ist Teil der lokalen Gegenkopplung. Die Edison kommt mit kleinen und sehr verlustarmen Bauteilen aus (2). Der grüne Ölpapier-Kondensator blockt Gleichspannung am Schirmgitter der Pentode. Den roten WIMA-Typen sind aus klanglichen Gründen Trimm-Kondensatoren parallelgeschaltet (3). Bei der Edison verwendet Brinkmann Doppelröhren des Typs PCF 803. Sie bergen in ihrem Glaskörper eine Triode und eine Pentode (4)
Eine weitere Besonderheit sind die mittels eines Knopfs auf der Frontplatte zuschaltbaren kanalgetrennten Eingangsübertrager. Sie sollten nur mit MC-Abtastern verwendet werden. Denn für MM-Typen wäre die Eingangsimpedanz mit Übertrager von 8,6 kOhm zu niedrig.
Da die Übertrager recht hochohmig sind, funktionieren mit ihnen auch die auf der Rückseite postionierten Schalter für den Eingangswiderstand. Man sollte im Betrieb mit Übertrager aber bedenken, dass die Werte niedriger ausfallen als angegeben, da nun die Impedanz des Übertragers parallel zum Eingangswiderstand liegt. Beim Zuschalten steigt auch die Verstärkung um 3 dB. Dieses Verhältnis hat Helmut Brinkmann nicht zufällig so gewählt.
„Mit einem 1:1-Übertrager tönte es etwas nüchterner, bei diesem Übersetzungsgrad etwas lebendiger und differenzierter.“ Mit Übertrager wechseln Cinch- wie XLR-Eingang der Edison zu einer symmetrischen Ausführung. Es empfiehlt sich, ein symmetrisches Phonokabel zu verwenden. Bei der Koax-Variante kann es zu höheren Störgeräuschen kommen.
Arbeit für die Röhren
Trickreich ist auch die Eingangsschaltung der Edison. Hier spielen die Pentode der PCF 803 und eine Transistorschaltung zusammen. Dabei übernehmen die Halbleiter die Verstärkungsregulierung, während sich die Röhren der Signalbearbeitung widmen. Diesen Kunstgriff wendet Brinkmann an, um das Rauschen zu verringern. Dennoch muss sich die Edison in diesem Punkt mit befriedigenden Werten begnügen.
Der Besitzer der Edison kann bei zwei Eingängen zwischen XLR- und Cinch-Anschlüssen wählen. Der dritte Input ist nur mit Cinch-Buchsen bestückt. Den Ausgang gibt‘s in XLR-Ausführung.
Frequenzgänge: Ausgewogen mit leichter Bassbetonung auch mit MM-Normsystem
Klangliche Eleganz
Im Hörraum sollte sich die Edison zuerst mit dem MM-Abtaster Reson Reca (Test 2/06) beweisen. Das tat sie mit natürlichen Klangfarben und ausdrucksvoller Spielweise. Nur ein für die MM-Betriebsart ungewöhnlich hohes Rauschen zeigte, dass die Edison wohl eher für MC-Systeme konzipiert wurde.
Verzerrungsverhalten MM: Geringer, gutmütiger Klirr, erst mit höheren Pegeln stärker werdend
Als nächstes interessierte uns, ob die Betriebsart mit oder ohne Übertrager die klanglich bessere ist. Dabei waren ohne zusätzlichen Übertrager minimal mehr Obertöne zu hören, doch markanter musizierte die Edison, wenn der Übertrager mit von der Partie war. Zudem konnten wir hier auch noch eine etwas großzügigere räumliche Darstellung in der Weite wie in der Tiefe registrieren. Das Klangbild bewegte sich förmlich auf den Hörer zu, Stimmen kamen feiner und klarer.
Mit Übertrager griff der Edison die MC-Referenz Pass XP 25 an. Doch selbst gegen diese superbe Phonostufe gab die Brinkmann nicht klein bei. Zwar beeindruckte die Pass mit einem druckvolleren und etwas tieferen Bass, doch die Edison zeigte noch mehr Unterschiede zwischen einzelnen Instrumenten auf. Sie zauberte diese Instrumente einen Hauch plastischer in den Hörraum, während die Pass direkter, impulsiver aufspielte.
So ergab sich am Ende ein Patt. Die Pass bleibt aber Referenz, weil sie dank ihres besseren Rauschabstands auch für Tonabnehmer mit sehr niedriger Ausgangspannung die beste Wahl ist.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Maße | B 42,0x H 8,0x T 16,0 cm |
| Messwerte | |
| Rauschabstand MM 5 mV, 1 kOhm | 68 dB |
| MM (Normsystem) | 68 dB |
| MC (0,5 mV, 20 Ohm) | 71 dB |
| Verstärkung MM/MC | 43,5 /67,0 dB |
| Übersteuerungsfestigkeit MM/MC | 28 /1,9 mV |
| Eingangsimpedanz MM | 47 kOhm + 73 pF |
| MC | 8600 Ohm |
| Ausgangswiderstand | 248 Ohm |
| Leistungsaufnahme Standby | 30,4 W |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Der etwas geringe Rauschabstand der Edison engt die Tonabnehmer-Wahl ein. Mit modernen, lauteren MCs glänzt sie durch beeindruckende Räumlichkeit, äußerst natürliche Klangfarben und einfühlsame Musikalität. |
| Klang | Absolute Spitzenkl. |
| Klangpunkte MM/MC (max. 70 Punkte) |
61 / 63 |
| Messwerte (max. 10 Punkte) |
8 |
| Praxis (max. 10 Punkte) |
8 |
| Wertigkeit (max. 10 Punkte) |
10 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
89 Punkte |
| Preis/Leistung | highendig |
| getestet in Ausgabe: | 9/11 |
Inhaltsverzeichnis
- Teil 1 Phonostufe Brinkmann Edison
- Teil 2 Technik im Detail
Kleines Spiel für zwischendurch


