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Plattenspieler Linn Sondek LP 12 SE + Radikal + Ekos SE
Inhaltsverzeichnis
1/2
- Teil 1 Plattenspieler Linn Sondek LP 12 SE + Radikal + Ekos SE
- Teil 2 stereoplay - Tipp: Die Einbau-Phonostufe Urika
Die unendliche Geschichte des LP 12 geht weiter: Linn baut einen bisher verpönten Gleichstrommotor ein und landet damit einen Volltreffer (Gesamtpreis 16400 Euro).
Die Radikal Elektronik, hier im edlen Klimax-Gehäuse, gibt es auch in einem deutlich günstigeren Gewand.
Dabei stellt Linn die Motorelektronik in zwei Gehäusen zur Wahl. Das Radikal-Update in der edlen, ausgefrästen Voll-aluminium-Version Klimax kostet 5895 Euro, in einem leichteren Alu-Faltgehäuse 3295 Euro. Wobei die Glasgower zugeben, dass es sich um definitiv dieselbe Platine handelt und es, wenn überhaupt, nur minimalste klangliche Unterschiede auf Grund der besseren Schirmung und des stabileren Gehäuses gibt. Leider war zum Zeitpunkt dieses Test nur die Luxusversion lieferbar, weshalb sich die Tester über die Alternative noch keine Meinung bilden konnten.
LP 12 as LP 12 is: Beim Laufwerk ist das Radikal-Update äußerlich nicht erkennbar.
Doch trotz der Laufruhe bettete das Entwicklerteam um Ian Wilson den Motor in weichen, aber dennoch langzeitstabilen Poron-Schaumstoff innerhalb eines Acetal-Kunstststoffzylinders, um so auch noch die letzten Vibrationen von der Topplatte fernzuhalten, an die der Motor geschraubt wird.
Da Gleichstrommotoren bei Temperaturschwankungen driften und auf Lastwechsel reagieren, entschied man sich nun auch bei Linn, sogar zwei Regelungen einzuführen. Die eine reagiert auf die Gegen-EMK des Motors, definiert die Drehrichtung und hält die Hochlaufzeit kurz. Die andere funktioniert im Zusammenhang mit einem Infrarot-Detektor. Über eine am inneren Rand des Tellers angebrachte Markierung nimmt er die Drehzahl auf. Die Radikal-Elektronik vergleicht sie dann mit einem jitterarmen Taktsignal (derselbe Generator tut auch in den DS-Netzwerkplayern Dienst) und regelt gegebenenfalls die Spannung für den Motor in kleinen Schritten nach.
Beim Radikal-Kit misst ein optischer Sensor die Umdrehungszahl, weshalb auf der Innenseite des Außentellers ein Filzstreifen klebt.
Dass dies alles sehr gut funktioniert, zeigten die exzellenten Daten im Testlabor, weshalb stereoplay bei den Messungen die Höchstnote vergab.
Da das Radikal ein Upgrade ist, bleiben die anderen Teile des Sondek LP 12 SE unverändert. So darf sich der Analogfan weiterhin über ein aus einem Alublock gefrästes Sub-Chassis freuen, das mit Spiralfedern den Tonarm und den Plattenteller vom Untergrund entkoppelt. Auch auf die Massivholzzarge mit Eckverstärkungen und die Edelstahl-Topplatte muss ein Käufer, der sich für einen Sondek LP 12 SE mit Radikal entscheidet, nicht verzichten.
Für den Hörtest nahmen die Tester dasselbe Gerät, dass seit dem Test in der Ausgabe 3/07 als Co-Referenz dient, und rüsteten es mit dem Radikal (und später mit dem Einbau-Phonoteil Urika, siehe Beitrag "stereoplay - Tipp: Die Einbau-Phonostufe Urika") aus, damit die Unterschiede nicht durch eventuelle Lagerunterschiede oder Einstellungen des Subchassis verwässert würden. Wobei in dem umgebauten Plattenspieler dann noch zwei weitere Tonabnehmer wie der Ortofon Windfeld (Test in diesem Heft) und der Linn Akiva (3/03) Platz fanden. Der erste Direktvergleich wurde mit dem Referenzabtaster Lyra Titan i durchgeführt.
In diesem Punkt zog der LP 12 SE Radikal sogar mit dem Brinkmann Oasis (1/09) gleich, der bisher in diesen Eigenschaften den Maßstab setzte. Der erklang im Grundtonbereich etwas schlackenfreier, was aber auch dazu führte, dass Männerstimmen etwas an Wucht verloren, die der radikalisierte LP 12 SE ihnen zudachte. Überhaupt konnte man konstatieren, dass die Klangfarben mit dem Oasis minimal nüchterner und beim Linn etwas voller, aber auch natürlicher wirkten, weil Streichinstrumente mit etwas mehr Holz erklangen.
Während der alte Synchronmotor kein zusätzliches Gehäuse besitzt, ist der Gleichstrommotor in dämpfendem Poron in eine Kunststoff-Ummantelung gebettet.
Die alte Regel, dass man mit einem besseren Plattenspieler auch alte Platten neu entdecken kann, bestätigte „Beggars Banquet“. Da schwelgten die Tester nicht nur in Jugenderinnerungen, sondern entdeckten hier eine bisher unerkannte Betonung von Mick Jaggers Stimme, dort manche Töne bei Keith Richards Riffs oder eben ein ungekanntes Zusammenspiel der fünf Protagonisten.
Insgesamt kam für den Linn nur ein Urteil in Frage: alleinige Referenz.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Maße (B x T x H) | 44,0 x 16,0 x 34,5 cm |
| Gewicht: | 11,4 kg |
| Messwerte | |
| Gleichlauf bewertet | 0,052 % |
| Solldrehzahl-Abweichung | 0,06 % |
| Rumpelstörabstand (bewertet) | |
| Mess-Schallplatte/-Koppler | 74/85 dB |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Mit dem Radikal-Update hat sich Linn einen großen Gefallen getan. Der LP 12 SE spielt damit in einer eigenen Liga und ist mit seinem ausdrucksvollen und natürlichen Klang neue Referenz bei stereoplay. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
61 |
| Messwerte (max. 10 Punkte) |
10 |
| Praxis (max. 15 Punkte) |
8 |
| Wertigkeit (max. 10 Punkte) |
9 |
| Gesamturteil (max. 120 |
sehr gut 88 Punkte |
| Preis/Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe: | 6/09 |
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