Testbericht

Plattenspieler Transrotor Avorio + Goldring 2500

Testergebnis
45.0 Punkte
2740 EUR
Testverfahren: 1.0


Dalibor Beric

3. Mai 2010

Mit dem Referenzabtaster Lyra Titan i konnte der Transrotor Avorio (2740 Euro) mit dem stereoplay Highlight Pro-Ject PerspeX (4/08) gleichziehen

Plattenspieler Transrotor Avorio + Goldring 2500

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Transrotor war schon immer ein Hersteller, der preislich subventionierte Komplettlösungen anbieten konnte – dank seines üppigen Baukastensystems und der Tatsache, dass Chef Jochen Räke auch die Goldring-Sys­teme im Vertrieb hat. Für diesen Test hat er den Avorio 25/60 nebst Motor­elektronik Konstant Studio mit dem Tonarm TR 800 S und dem Tonabnehmer Goldring 2500 vermählt und ein Plattengewicht beigelegt. Noch interessanter macht Räke das Ganze dadurch, dass der Preis statt der Summe für die Einzelteile von 3125 Euro im Bündel auf 2740 Euro fällt.


Bild vergrößern 937 http://img2.magnus.de/image-r937x623-C-93f886e1-29879619.jpg Der TR 800 S besitzt ein heutzutage recht unübliches geschwungenes Tonarmrohr und einen SME-Schraub­anschluss für die Headshell, was einen Tonabnehmer-Tausch vereinfacht.

Der TR 800 S besitzt ein heutzutage recht unübliches geschwungenes Tonarmrohr und einen SME-Schraub­anschluss für die Headshell, was einen Tonabnehmer-Tausch vereinfacht.

Dafür bekommt der Analogfreund nun einiges an Material in der von der Traditionsschmiede aus Bergisch Gladbach gewohnten Qualität. Der Aufbau ist dabei recht einsichtig: Eine matte, 25 Millimeter dicke, auf drei Alufüßen ruhende Acrylgrundplatte trägt den 60 Milimeter dicken Metallteller mit Acrylauflage sowie den Tonarm.

Als Lager nutzt Räke die Version, die er auch bei den Z-Modellen verwendet; sie ist nicht ganz so aufwendig wie bei seinen großen Modellen. Mit sauber gefräster Bronzebüchse, polierter Edelstahlachse und Keramikkugel sowie Stahlspiegel ist das Lager aber dennoch ein Beispiel für feinen Maschinenbau.

Den Antrieb erledigt ein Synchronmotor, der in einem eigenen, massiven Alu-Gehäuse untergebracht ist. Er kann entweder über ein einfaches Steckernetzteil oder über die externe Elektronik Konstant Studio versorgt werden. Diese erstellt mit einem analogen Generator (Wien-Brücke) die zwei für den Synchronmotor nötigen phasenverschobenen Sinusschwingungen und verstärkt diese mit kräftigen Class-A-Stufen. Dass Räke dem Paket diese Motorsteuerung beilegt, erfreut auch deshalb, weil ihre klanglich positive Wirkung uns noch aus dem Test in der Ausgabe 2/2009 gut in Erinnerung ist.


Bild vergrößern 937 http://img1.magnus.de/image-r937x623-C-d99977fd-29879622.jpg Die einzelnen Füße, auf denen der Avorio ruht, sind nicht höhenverstellbar, besitzen aber eine Ausfräsung für Gummieinlagen, die sich klanglich positiv bemerkbar machen.

Die einzelnen Füße, auf denen der Avorio ruht, sind nicht höhenverstellbar, besitzen aber eine Ausfräsung für Gummieinlagen, die sich klanglich positiv bemerkbar machen.

Der vom japanischen Spezia­listen Jelco gelieferte Tonarm TR 800 S ähnelt dem TR 500 (2/09), besitzt aber ein geschwungenes, blankpoliertes Tonarmrohr und einen SME-Anschluss für die Headshell. Solch eine Schraubverbindung sehen Puristen ob der etwas schlechteren mechanischen Stabilität gegenüber einer festgeklebten Version nicht so gern. Doch ermöglicht sie nicht nur einen bequemeren Tonzellen-Austausch, sondern nach Lösen der Headshell-Spannschraube auch eine Azimutkorrektur durch Verdrehen.

Dass der Transrotor sauber justiert angeliefert wurde, bestätigte er im Hörraum und gefiel alsbald mit druckvollem Auftritt und dynamischer Attacke. Was ihn zudem auszeichnete, war das geringe Abtastgeräusch, wodurch leise Passagen lustvoll zu genießen waren. Auch die Darstellung von gro­ßen Orchestern geriet sehr realistisch. So überflügelte er klar das stereoplay Highlight Pro-Ject Xperience Superpack (3/10), da er bei Tutti-Einsätzen stabiler blieb und mehr Feinheiten zeigte. Beispielsweise stellte sich die Dynamik bei Wagners „Tannhäuser“-Overtüre (Solti/Decca) realistischer dar, indem der leise Anfang spannender wirkte und die Streicher bei den Hörner-Einsätzen weiterhin sehr gut differenzierbar blieben.

Den Wechsel des Goldring-2500-Tonabnehmers auf den höherwertigeren Benz ACE H 2 quittierte der Transrotor mit minimal mehr Hochtondetails und körperhafteren Stimmen. Mit dem Referenzabtaster Lyra Titan i konnte der Avorio mit dem ­stereoplay Highlight Pro-Ject PerspeX (4/08) gleichziehen, weil er dessen feinere Nuancierungen mit etwas satterem Bass und minimal mehr Hochtonglanz konterte.

Doch wegen des hohen Preises des Lyra Titan i und des relativ kleinen Klangzuwachses können wir diesen Ausbau nicht empfehlen; dafür ist das Transrotor-Avorio-Komplettpaket mit Goldring 2500 viel zu ausgewogen und lässt ja auch so gut wie keine Wünsche offen.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Maße (B x T x H) 44,0 x 17,0 x 33,0 cm
Gewicht: 20,0 kg
Messwerte  
Gleichlauf bewertet 0,090 %
Solldrehzahl-Abweichung 0,25 %
Rumpelstörabstand (bewertet)
Mess-Schallplatte/-Koppler 74/83 dB
Bewertung  
Klang (max.70 Punkte) Spitzenklasse 45 Punkte
Messwerte (max.10 Punkte) 8
Praxis (max.10 Punkte) 6
Wertigkeit (max.10 Punkte) 9
Der Avorio mit TR-800-S-Arm, der Konstant-Studio-Motorelektronik sowie Goldring-2500-Abtaster ist ein stimmiges Paket, das sowohl optisch als auch durch seinen ausgewogenen, detailreichen Klang gefällt.
Testurteil Klang Spitzenklasse 45 Punkte
Gesamturteil gut 68 Punkte
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 4/10

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