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Röhrenvorstufe Thorens TEP 3800
Das blaue Wunder – so heißt eine Brücke in Dresden. stereoplay hofft, dass nun eine extrem aufwendige Vorstufe von Thorens für 15000 Euro zu neuen klanglichen Ufern führt.
Thorens-Entwickler Frank Blöhbaum räumt gern ein, dass es im Zeitalter sprudelnder Hochpegelquellen im Prinzip gar keine verstärkenden Vorstufen mehr braucht. Es sei denn, dass High-End-Perfektionisten – dazu zählt er die Besitzer seiner Referenz-Monoblöcke TEM 3200 (1/06, 62 Punkte) – feinste Anschluss- und Anpassprobleme in den Griff bekommen wollen.
An den großen Kühlkörpern sitzen Stabi-Kreise für die Versorgung der Eingangsstufen. Die acht Elkos seitlich davon glätten die floatenden Spannungen für die Ausgangsröhren. Edel-ICs (AD 8620) formen einpolige Cinch-Ankömmlinge subito in hochsymmetrische Signale um.
Und auch nur eines mit Röhren, weil sich gegenüber ihren herrlich langgestreckten, harmoniefreundlichen Kennlinien Halbleiter eher wie Krücken ausnehmen. Der ins Badische ausgewanderte Sachse dachte jedoch nicht daran, die Nachteile üblicher Röhrenschaltungen in Kauf zu nehmen. Anstatt zur Kopplung zwischen den Stufen Kondensatoren zu verwenden, knobelte er eine Anordnung aus, die dank komplexer Servo-Regelung der diversen Betriebspotentiale eine hundertprozentig klangneutrale direkte Verbindung erlaubt.
Ein hoher Ausgangswiderstand, der im Kontext mit der Kapazität längerer Anschlusskabel zu Stress führen könnte, kam ebenfalls nicht in Frage. Deswegen schuf der tüchtige Ingenieur ein „Gegenparallel“-Layout, das über die zwei Kathoden eines Röhrenpaars sattsam Dampf liefert und mit einem Ausgangswiderstand von zirka 1 Ohm so manchen Transistor beschämt. Darum verwöhnt die TEP 3800 – am liebsten via XLR-Out – nicht nur Endverstärker, sondern gerne auch fernab postierte Studio-Aktivmonitore (mit 600 statt mehreren 1000 Ohm Eingangsimpedanz).
Exotische aber annerkannte Röhren prägen die Schaltung der TEP 3800.
An den großen Kühlkörpern sitzen Stabi-Kreise für die Versorgung der Eingangsstufen. Die acht Elkos seitlich davon glätten die floatenden Spannungen für die Ausgangsröhren. Edel-ICs (AD 8620) formen einpolige Cinch-Ankömmlinge subito in hochsymmetrische Signale um.
Spätestens jetzt musste sich stereoplays bisherige Referenz-Vorstufe Lyra Connoisseur (8/05, 60 Punkte) schlicht geschlagen geben. Zwar selbst geradezu ein Ausbund an Transparenz und Feinzeichnung, bekam sie die unfassbar direkte Dynamik und die bis dato unbekannte Dreidimensionalität der Thorens nicht hin. So verneigt sich stereoplay vor der neuen 61-Punkte-Referenz und freut sich aufs Hören, Hören, Hören, ...! Nicht zuletzt beweist die TEP 3800, dass die Welt nach wie vor Vorstufen braucht!
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Abmessungen (B x H x T) | 45,0 x 12,0 x 36,0 cm |
| Gewicht | 12,0 kg |
| Messwerte | |
| Störabstände (A-bew.) | |
| Line Cinch/XLR | 86,0 |
| Störabstand Phono MM/MC | 0/0 dB(A) |
| Line Cinch/XLR | 56/1 Ohm |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Überragende neue, vollsymmetrische Röhrenvorstufe, die in vielen Punkten neue Klangmaßstäbe setzt. Hebt bereits hervorragende Ketten auf ein neues Niveau, indem sie der Wiedergabe zusätzliche Energie, fantastische körperhafte Abbildung, einfach viel mehr Lebendigkeit schenkt. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Klangpunkte (max. 70 Punkte) |
61 |
| Messwerte (max. 10 Punkte) |
10 |
| Praxis (max. 15 Punkte) |
9 |
| Wertigkeit (max. 10Punkte) |
10 |
| Gesamturteil (max. 120 Punkte) |
90 |
| Preis/Leistung | sehr gut |
| getestet in Ausgabe: | 5/08 |


