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Testbericht

stereoplay Technik im Detail: Bis die Wände wackeln

stereoplay


Wolfram Eifert

27. Juli 2009

Die Art und Weise, wie unsere drei Kandidaten hohe Schalldruckreserven und geringen Wattbedarf unter einen Hut bekommen, ist sehr verschieden.

Canton beschreitet bei seiner Ergo 695 den bei Heimlautsprechern üblichen Weg über ein moderat vergrößertes Gehäusevolumen und reichlich Membranfläche, ohne dabei HiFi-typische Tugenden wie Linea­rität und Feindynamik aus den Augen zu verlieren. Das Ergebnis ist ein für die Preisklasse ungewöhnlich wattgenügsamer und schalldruckfester Allrounder, der mühelos Räume von bis zu 60 Quadratmeter beschallt und auch gelegentliche Feten locker wegsteckt. Nicht unwichtig: Die Gehäuse der Ergo 695 sind ­aufwendig echtholzfurniert in Esche, Kirsche oder Wenge. Die Verarbeitung entspricht der gehobener Möbelstücke.


Bild vergrößern 800 400 http://img3.magnus.de/image-r800x400-C-fe653905-37891933.jpg Die Seitenansicht (links) lässt die Schallführung im Inneren erahnen. Der riesige Hornmund belegt rund ein Drittel der Boxenfront.

Die Seitenansicht (links) lässt die Schallführung im Inneren erahnen. Der riesige Hornmund belegt rund ein Drittel der Boxenfront.

Die Cerwin Vega (nur in Schwarz lieferbar) wirkt ungleich rustikaler, die Abmessungen sind nicht mehr unbedingt wohnraumfreundlich. Dafür sind ihre quantitativen Fähigkeiten in Sachen Bass und Schalldruck einsame Spitze. Ihre riesigen, ganz offensichtlich perfekt abgestimmten Basschassis erzielen die tiefste untere Grenzfrequenz im Feld und die höchsten Schalldruckreserven.

Gleichzeitig ist der Wattbedarf sehr moderat. Gegen die CLS 215 ist jede preislich vergleichbare Wohnzimmer-HiFi-Box bei hohen Pegeln schlicht chancenlos. Dank großflächigem, tief angekoppeltem Konusmittel­töner ähneln Klangfärbung und Rundstrahlverhalten dem weitaus zierlicherer HiFi-Boxen. Die Abstriche bei Tonalität und Feindynamik sind gering bis nicht vorhanden.

Ein Fall für Puristen ist die Hornlösung der Firma Musikmöbel nach dem Vorbild des historischen Schmackshorn. Die Art der Oberflächen (Lack oder Furnier) wie auch die Form der Kanten (rund oder eckig) bestimmt der Kunde. Das ungewohnt üppige Gehäusevolumen (siehe Zeichnung) erklärt sich aus der Arbeitsweise, bei der die rückwärtigen Schallanteile ein ausgeklügeltes Labyrinth durchlaufen, bevor sie über den riesigen Hornmund hörbar werden. Impedanz- und Schalldruckkurven sind prinzipbedingt recht wellig, denn der Grad der Verstärkung durch das Horn ist frequenz­abhängig. Der Klang erinnert an kleine, audiophile Kompaktboxen mit allerdings deutlich höheren Schalldruckreserven und einem ungleich trockeneren Ansprechverhalten.






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