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Testbericht

Subwoofer Klipsch RT 12 D

Testergebnis
61.0 Punkte
2000 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


Wolfram Eifert

15. Februar 2007

Der RT 12 D (2000€) von Klipsch ist schlauer als andere Woofer: Er kompensiert Raumresonanzen und bevorzugt einen sonst verpönten Aufstellungsort: die Raumecke.

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Gehäuse mit der Stabilität von Panzerschränken und Tieftöner mit Sicken dick wie Fahrradschläuche sind bei Subwoofern jenseits von 1000 Euro inzwischen an der Tagesordnung. Befeuert von hochpotenten Endstufen, bieten solche Kraftwerke exorbitante Pegelreserven selbst bei mörderischen 20 oder gar 16 Hertz.

Klipsch RT 12 D
Bild vergrößern 861 1000 http://img4.magnus.de/Klipsch-RT-12-D-r861x1000-C-706d415f-47377565.jpg Der Subwoofer RT 12 D von Klipsch © Julian Bauer
© Julian Bauer

Der Subwoofer RT 12 D von Klipsch

Doch solche Traumwerte nutzen wenig, wenn Raum und Aufstellung nicht optimal sind, was in der Praxis meist der Fall ist. Von Woofern abgestrahlte Frequenzen besitzen Wellenlängen von mehreren Metern – dummerweise dieselben Dimensionen wie gängige Wohnräume. So bilden sich stehende Wellen mit deftigen Löchern und Überhöhungen im Frequenzgang. Glatte Schalldruckkurven mutieren so zu hässlichen Gebirgslandschaften. Deshalb wummern bestimmte Frequenzen, während andere völlig untergehen.

Um dies zu verhindern, verfügt der neue RT 12 D von Klipsch über einen digitalen Equalizer mit acht in Bandbreite und Frequenz variablen Filtern, deren Abstimmung automatisch erfolgt. Nebenbei werden auch die leidigen Druckkammereffekte kompenisiert, die vor allem in kleineren Räumen zu einer unmusikalischen Betonung tiefster Frequenzen führen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Woofern darf und soll der RT 12 D in einer Raumecke stehen.

Kabelmikrofon und Bedienelement
Bild vergrößern 937 673 http://img1.magnus.de/Kabelmikrofon-und-Bedienelement-r937x673-C-8ecd3ca8-47377568.jpg Das Kabelmikrofon liefert das Signal für die Raumkorrektur. Die Bedienung ist logisch und nahezu selbsterklärend. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Das Kabelmikrofon liefert das Signal für die Raumkorrektur. Die Bedienung ist logisch und nahezu selbsterklärend.

Die Steuerung erfolgt über fünf Tasten und ein kleines Display (siehe Foto oben), alternativ auch über die Cursortasten einer lernfähigen Fernbedienung, wie sie viele AV-Geräte besitzen. Noch komfortabler geht die Sache via USB-Kabel und PC – siehe Praxisbericht auf der nächsten Seite. Dazu muss lediglich eine Windowskompatible Software installiert werden, die Besitzer des RT 12 D auf Anfrage erhalten.

Die Einmessung geht in einer knappen Minute von statten; die Ergebnisse lassen sich abspeichern und nachbearbeiten, auch rein manuelle Korrekturen sind möglich. Mit der Linearisierung, die aus Dynamikgründen nur mit Absenkungen arbeitet, ist eine erhebliche Einsparung an Membranhub und Verstärkerleistung verknüpft; die Eckaufstellung verstärkt die zuvor abgesenkten Bereiche.

Wie groß die Entlastung ausfällt, hängt vom Raum ab. In der Praxis kann der RT 12 D am Hörplatz etwa 3 bis 6 Dezibel mehr Schalldruck erzeugen als ein vergleichbarer konventioneller Woofer. A propos Fläche: Von den drei je 12 Zoll großen Basschassis mit Metall-Keramik-Verbundmembranen hat nur das vordere direkten Kontakt mit dem 800 Watt starken Schaltverstärker; die beiden anderen beziehen ihre Antriebsenergie aus der eingeschlossenen Luft und beackern ähnlich wie Bassreflexrohre nur den untersten Frequenzbereich.

Um den 32 Kilo schweren Boliden besser einschätzen zu können, wählten die Tester zunächst die gewohnte, wandferne Aufstellung in Kombination mit einem Standboxenpärchen der 5000-Euro-Klasse; die Messmimik blieb außen vor. Der RT 12 D ließ sich durch nichts aus der Fassung bringen, seine gigantischen Dynamikreserven verführten zum ungenierten Aufdrehen. Sein auch bei höchsten Pegeln unbändiger Tiefgang öffnete den Blick auf Details, die kleinere Woofer bloß erahnen lassen. Doch trotz aller Kraft schien sein dynamischer Charakter etwas träge.

Rückansicht
Bild vergrößern 470 1000 http://img3.magnus.de/R-ckansicht-r470x1000-C-f7e0b6ab-47377571.jpg Über den Cinch-Ausgang (oberste Buchsen) lässt sich ein zweiter Woofer steuern. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Über den Cinch-Ausgang (oberste Buchsen) lässt sich ein zweiter Woofer steuern.

Nach Durchlaufen der Einmessprozedur und weiterhin wandferner Aufstellung wirkte der Bass weniger dominant und erheblich trockener; die an sich unveränderte Kette tönte um Klassen homogener, selbst der Hochtonbereich schien wie ausgewechselt.

Den größten Effekt hatte die Einmessung bei der vom Hersteller empfohlenen Aufstellung in einer Raumecke. Ungefiltert wirkte der Bolide nun noch mächtiger, aber auch reichlich schwammig, linearisiert hingegen ungleich flinker und fettfrei-athletisch. Selbst die hektischen Kanonaden einer Blueman Group (etwa Track 2 aus dem Kultalbum „The Complex“) kamen herrlich differenziert und staubtrocken.

Keine Frage, das System funktioniert prächtig. Rein ins Eck und Knopf drücken – nie war die Zähmung tiefster Bässe einfacher als beim RT 12 D.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen
Gewicht
Features  
Oberflächen
Farben
Bauprinzip Gehäuse
Phase variabel
Phase schaltbar
Einschaltautomatik
Raumanpassung (Text)
Messmikrofon
Fernbedienung steuert Lautstärke?
Fernbedienung steuert Phase
Fernbedienung steuert Übergangsfrequenz
Anschlüsse  
Eingang LS-Klemmen/XLR/Cinch
Ausgang LS-Klemmen/XLR/Cinch
Hochpassweiche
Bewertung  
Kurzfazit Großformatiger Woofer-Bolide mit automatischer Raumanpassung und optionaler PC-Steuerung. Vielfältig, auch manuell anpassbar. Klingt herrlich souverän, druckvoll und präzise. Verträgt Eckaufstellung.
Klang
Klangpunkte
max. 75 Punkte)
61
Basspräzission
max. 24 Punkte)
21
Basstiefe
max. 24 Punkte)
20
Basspegel
max. 24 Punkte)
20
Messwerte
max. 10 Punkte)
8
Praxis
max. 15 Punkte)
9
Wertigkeit
max. 10 Punkte)
6
Gesamturteil
max. 120 Punkte)
84 sehr gut
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 3/07
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