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Testbericht

Subwoofer Velodyne Digital Drive 1812

Testergebnis
67.0 Punkte
14000 EUR
Testverfahren: 1.0

stereoplay


3. April 2008

Wer hätte je gedacht, dass jemand einen Subwoofer zum Preis eines Kleinwagens baut? Oder einen Zweiwege-Subwoofer? Velodyne ist verrückt genug und demonstriert es mit dem Digital Drive 1812 für 14000 Euro.

Bewertung Velodyne Digital Drive 1812

Velodyne Digital Drive 1812 Chassis
Bild vergrößern 500 512 http://img2.magnus.de/Velodyne-Digital-Drive-1812-Chassis-r500x512-C-562a365-47376551.jpg Für einen perfekten Bass bedarf es eines perfekten Chassis – der 18-Zoll-Tieftöner des DD 1812 ist eine Wucht .

Für einen perfekten Bass bedarf es eines perfekten Chassis – der 18-Zoll-Tieftöner des DD 1812 ist eine Wucht .

Die Anspielung auf Tschaikowsky im Namen hängt sicher auch mit den Chassis-Größen zusammen. Die Idee besteht darin, mit ­einem „schnellen" 12-Zoll-Treiber für den oberen Bass flotten Antritt und knackiges Impulsverhalten zu erreichen und mit einem 18-Zöller für ein möglichst solides Fundament zu sorgen.

Sehr amerikanisch ist auch die Idee, die beiden Woofer einfach übereinander zu positionieren: Das Gehäuse erhält damit die Größe einer Kühl-Gefrier-Kombination. Das Gewicht erinnert mit 175 Kilogramm allerdings nicht mehr an den vergleichsweise federleichten Kollegen aus der Küche, und auch die gediegene Verarbeitung hat mit der weißen Ware nichts gemein.

Nun stand er da im Hörraum groß und wuchtig neben den zierlichen Audio Data Partout, die auf ihren Standfüßchen geradezu winzig erschienen. Aber die Kombination machte Sinn, schließlich sollten alle Subwoofer des Tests mit derselben Kette laufen, um ausschließlich die Unterschiede der Kandidaten wahrzunehmen – und das funktionierte gut. Die übrigen Testteil­nehmer waren bereits abgehandelt, und der ­Lexicon RV 8 als Signallieferant und die ­Aachener Koaxe warteten nur noch auf den amerikanischen Superlativ.

Monitor
Bild vergrößern 583 500 http://img2.magnus.de/Monitor--r583x500-C-94a3e1eb-47376554.jpg Für einen perfekten Bass bedarf es eines perfekten Chassis – der 18-Zoll-Tieftöner des DD 1812 ist eine Wucht

Für einen perfekten Bass bedarf es eines perfekten Chassis – der 18-Zoll-Tieftöner des DD 1812 ist eine Wucht

Doch vor den ungeduldigen Hörern liegt erst noch die Einstell- und Messarbeit.Wie alle für normale Positionierung vorgesehenen Subwoofer-Kollegen platzierten die Tester das Schwergewicht direkt neben der rechten Partout, quasi im goldenen Schnitt des Hörraums, wo die Raummoden am geringsten angeregt werden. Als Anschlussvarianten stehen neben den üblichen Cinch- und Lautsprechereingängen auch diverse Durchschleifmöglichkeiten zur Verfügung. Als einziger im Testfeld kann der DD1812 auch seine Satelliten filtern, fest eingestellt auf 80 Hertz mit 6 Dezibel/Oktave. Der LFE findet sogar per XLR Kontakt.

Für die Justage ebenfalls zu verkabeln: Das Messmikrofon und ein Videomonitor, der den Zugriff auf die beiden Menüs des Bassgiganten visualisiert. Ein Zahlencode schließt dann die Konfigurationsmenüs auf, und sofort legt ein Gleitsinus-Testton los. Was erst nach einem grafischen Equalizer aussieht, stellt sich in Wahrheit als ein clever gestalteter parametrischer Equalizer heraus: Mit den Cursortasten der Fernbedienung lassen sich nämlich die Regler nicht nur vertikal, sondern auch deren Einsatzpunkt auf der Frequenzachse horizontal verschieben, per „Select" die dort gewünschte Bandbreite (Q-Faktor). Die nächste Softwareversion nimmt die Justage auf  Wunsch automatisch vor.


Bild vergrößern 338 379 http://img1.magnus.de/image-r338x379-C-dad1aa2c-47376557.jpg Die Animation zeigt den konsequenten Aufbau des DD 1812: Das extrem solide Gehäuse (175 Kilo) beinhaltet zwei komplett getrennte Kammern, damit sich die beiden Tieftöner nicht gegenseitig beeinflussen. Auf der Rückseite sitzt die aufwendige Elektronik.

Die Animation zeigt den konsequenten Aufbau des DD 1812: Das extrem solide Gehäuse (175 Kilo) beinhaltet zwei komplett getrennte Kammern, damit sich die beiden Tieftöner nicht gegenseitig beeinflussen. Auf der Rückseite sitzt die aufwendige Elektronik.

Eine zweite Menüseite gibt die Voreinstellung von sechs Speicherplätzen frei. Für jeden lassen sich die Übergangsfrequenz mit Flankensteilheit für Tiefpass und Subsonicfilter sowie Phasenlage, Polarität und natürlich Pegel wählen. Eine Frequenz lässt sich gegebenenfalls verstärken, etwa für mehr Punch bei bestimmter Musik. Der Clou aber besteht im letzten Parameter, der in acht Schritten die aktive Membranregelung kontrolliert, von ganz straff bis praktisch ungeregelt. Die gesamten Aufstellungs-, Konfigurations- und Einmessarbeiten sind im Kaufpreis von 14000 Euro selbstverständlich enthalten.

Nach der Konfiguration und dem Angleichen des Frequenzgangs, dem Einpegeln und Einstellen der Phase konnten die Tester dann endlich ihre Neugier befriedigen und hören. Bereits bei den ersten Takten die positive Überraschung: Der Velodyne spielt im besten Sinne unspektakulär! Er ist einfach da, kernig, präzise, ohne sich irgendwie in den Vordergrund zu drängen, aufzublähen oder anderweitig irgendeinen penetranten eigenen Charakter zu zeigen.

Nahtlos spielt der große Brummer mit der zierlichen Partout zusammen und führt ihre präzise, unaufdringliche Art bis in die untersten Oktaven weiter. Quasi chamäleonartig passt sich das Klangbild an das Programm an, egal ob Earth, Wind & Fire mit „Into The Groove" Party machen oder die Cranberries minima­listisch instrumentiert „Pretty" spielen. Wenn dann wirklich Sturm herrschen soll: Bitte, kein Problem! Die Raumschlacht aus Bully Herbigs „Periode 1" lässt das ­Sofa erzittern, dass man glaubt, der Testraum selbst wäre vom Laser getroffen. Das ist überlegenes High End.




Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessungen
Gewicht
Features  
Oberflächen
Farben
Bauprinzip Gehäuse
Phase variabel
Phase schaltbar
Einschaltautomatik
Raumanpassung (Text)
Messmikrofon
Fernbedienung steuert Lautstärke?
Fernbedienung steuert Phase
Fernbedienung steuert Übergangsfrequenz
Anschlüsse  
Eingang LS-Klemmen/XLR/Cinch
Ausgang LS-Klemmen/XLR/Cinch
Hochpassweiche
Bewertung  
Kurzfazit Konsequenter Referenz-Subwoofer mit digitaler Raumentzerrung und einzigartigem Zweiwege-Konzept. Klingt absolut souverän, trocken und präzise.
Klang Absolute Spitzenkl.
Klangpunkte
max. 75 Punkte)
67
Basspräzission
max. 24 Punkte)
22
Basstiefe
max. 24 Punkte)
23
Basspegel
max. 24 Punkte)
22
Messwerte
max. 10 Punkte)
10
Praxis
max. 15 Punkte)
10
Wertigkeit
max. 10 Punkte)
10
Gesamturteil
max. 120 Punkte)
97 überragend
Preis/Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 7/05


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