Testbericht

Vollverstärker McIntosh MA 7000 AC

Testergebnis
58.0 Punkte
8200 EUR
Testverfahren: 1.0


Holger Biermann

15. März 2008

Um ein Viertel schwerer, etwas höher und nun mit dicken Griffen, sieht der MA 7000 AC (8200 Euro) seinem kleinen Bruder MA 6900 AC (1/04) sehr ähnlich.

Bewertungsbild McIntosh MA 7000 AC

McIntosh ist die Traditionsschmiede schlechthin: Seit über 60 Jahren folgen die Amerikaner den gleichen optischen wie konstruktiven Vorstellungen. Beim MA 7000 AC für 8200 Euro sind also keine grundlegenden Änderungen zu erwarten. Mit Sicherheit reizten sie aber das Prinzip „großer Transistor" noch weiter aus.

McIntosh MA 7000 AC
Bild vergrößern 320 http://img1.magnus.de/McIntosh-MA-7000-AC-r320x299-C-496ba407-25096440.jpg Auf jedem Kühlkörper stehen Endtransistoren Spalier und treiben über Autoformer genannte Übertrager (rechts und links außen) die Boxen an. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Auf jedem Kühlkörper stehen Endtransistoren Spalier und treiben über Autoformer genannte Übertrager (rechts und links außen) die Boxen an.

Eine Selbstverständlichkeit bei den Entwicklern aus Binghampton im Staate New York: Symmetrie nicht nur als Anschlussoption bei den Eingängen oder beim Pre-Out. Sie ziehen das doppelgleisige Prinzip vielmehr über alle Verstärkerstufen hinweg konsequent durch. So besitzt jeder Kanal zwei eigenständige, mit je sechs Endtransistoren bestückte Endstufen. Ihre gegentaktigen Musik-Kräfte vereinen sich erst in einem kunstvoll gewickelten „Autoformer“, während es Einstreuungen schlecht ergeht: Weil sie an den jeweiligen Anzapfungen gleichtaktig ankommen, sieht der Übertrager die Spannungsdifferenz Null, ergo nichts, was er weiterzugeben hat.

Deutsche Techniker werden die Autoformer als „Spartrafos" bezeichnen, weil sie statt einer Ein- und Ausgangsspule nur eine einzige besitzen. Was aber im Falle des MA 7000 AC, der ­keine galvanische Gleichspannungs-Entkopplung braucht (im Gegensatz zu Röhren), zu einer besonders innigen, verlustfreien Umsetzung führt.

Und zwar je nach der mittleren Impedanz der anzuschließenden Boxen wahlweise auf die  Werte zwei, vier oder acht Ohm. Mit dem einen Vorteil, dass der MA 7000 AC sowohl Strom- als auch Spannungssauger-Boxen gleichermaßen bedienen kann. Und dem anderen, dass die Endtransistoren in allen Fällen in der Nähe ihres besonders klangfreundlichen Lieblings-Arbeitspunkts bleiben dürfen.

Mit 1150 Watt Dauerbelastbarkeit des Netztrafos und summa summarum 108 000 Mikrofarad Elko-Speicherkapazität stellt die probate Halbleiter-­Ernährung weniger denn je ein Thema dar. Umso genussvoller  darf der HiFi-Fan an die anderen zahlreichen anderen Vorzüge denken, etwa an den sanft wirkenden Übersteuerungsschutz, an die via Glasfaser beleuchteten Wattinstrumente oder an den 5-Band-Equalizer, den er via Mittenrastung der einzelnen Knöpfe aus dem Signalweg nehmen kann.

Der Equalizer ist in erstaunlich vielen Fällen praktisch, im Hörtest aber musste er zwecks Vergleichbarkeit außen vor bleiben. Auch „ohne" begeisterte der MA 7000 AC in jeder Beziehung. Von Beginn an spürte man seine unbändige Kraft.

Die Bassdrums des „Tuva Rap" (Titel-CD 5/07) standen wirklichkeitsgetreu im Raum, die Felle besaßen die ­originale Federkaft, der Hohlraum antwortete mit dem korrekten Druck und Volumen.

McIntosh MA 7000 AC
Bild vergrößern 320 http://img1.magnus.de/McIntosh-MA-7000-AC-r320x175-C-85ad2cf6-25096437.jpg Neben Phonobuchsen sowie symmetrischen Ein-und Ausgängen offeriert der Mac auch zahlreiche Fernschalt-Anschlüsse. © Julian Bauer
© Julian Bauer

Neben Phonobuchsen sowie symmetrischen Ein-und Ausgängen offeriert der Mac auch zahlreiche Fernschalt-Anschlüsse.

Bei orchestraler Musik baute der MA 7000 AC beeindruckend große und vor allem tiefe Bühnen, die selbst gewaltigen Klangkörpern den gebührenden Raum boten. Der Hörtest-Klassiker „Julsang" geriet zu einem bewegen­den Moment; Marianne Mellnäs sang mit genau richtigem Timbre und gelöst-natürlicher Artikulation. Selbst der Hintergrundchor übte eine Kraft aus, die die Hörer unweigerlich in die Aufnahme sog. Dabei ging der Amerikaner keineswegs mit der hohen Transparenz und Durchzeichnung des GammuT zu Werke. Nein, der Mac steht für eine ganz eigene „Ruhe" im Klangbild. Wo der Luxman manchmal in den Stimmlagen etwas beengt wirkte und der GammuT ein bisschen zu impulsiv daherkam, spielte der Mac auf unnachahmliche Weise warm und minimal zurückhaltend, ohne dabei Details zu verwischen. Wollte man den stereoplay-Kriterien das ­Attribut „angenehm" zufügen, so würde der Mac hier Höchstwertungen einfahren. Der MA 7000 AC klingt wie viele Macs vor ihm, nämlich satt, mächtig, klangfarbenstark. Einziger Unterschied: Er macht seine Sache noch besser als alle Mac-Verstärker vor ihm.


Technische Daten und Testergebnisse

Allgemein  
Abmessung (B x H x T) 44,5 x 24,0x 44,5 cm
Gewicht 44,3 kg
Features  
Gattung (Rec. / Vollv.) Vollverstärker
Fernbedienung vorhanden ja
System-Fernbedienung/ lernfähig nein/nein
Frontplatte schwarz/silbern/champagner ja/nein/nein
Frontplatte andere Fb. nein
Muting ja
Klangregler/abschaltbar ja/ja
Loudness nein
Monitorschalter ja
Aufnahmewahlschalter audio nein
Netzbuchsen geschaltet/ungeschaltet 0/0
Senderspeicher/Speicherautomatik 0/nein
Sendersp. mit aut. Sortierung nein
Anschlüsse  
Phono-Eingang MM/MC ja/ja
Eingänge Hochpegel Cinch/XLR 6/2
Digitaleingänge Cinch/XLR 0/0
Boxenausgänge A+B/schaltbar nein/nein
Kopfhörerbuchse ja
Pre-Out/Main-In 2/ja
Tape-Anschlüsse (ein/aus) 1
Prozessor-Eingang/-Ausgang nein/nein
Unity-Gain-Eingang nein
Pre-Out Subwoofer 0
Messwerte  
Sinusleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 477,0 W / 335,0 W
Musikleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm 455,0 W / 343,0 W
Störabstand Line 92,0 dB(A)
Bewertung
Klang 58
Messwerte 9
Praxis 9
Wertigkeit 10
Bewertungstext Liebevollst aufgebauter Amerikaner klassischen Mac-Zuschnitts. Indem er völlig locker, stressfrei und eradezu unendlich sauber agiert, bleibt er auch musikalisch auf der Linie. BrauchbarePhono-MM-Sektion.
stereoplay Testurteil
Klang Absolute Spitzenkl. 58 Punkte
Gesamturteil: 86 Punkte
Preis-Leistung sehr gut
getestet in Ausgabe: 4/08

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