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Vollverstärker Naim Supernait
Naim Audio haftet der Ruf an, nur auf den Klang zu achten und die Ausstattung zu vernachlässigen. Auch die Vehemenz, mit der die Südengländer die gute alte DIN-Buchse als Anschluss propagieren, passt zu der Kauzigkeit, die Naim gern unterstellt wird. Das aber auch in Salisbury die Neuzeit eingezogen ist, beweist nun der Supernait für 3300 Euro.
An ihm sieht man, wie die Traditionsschmiede den Spagat von bisherigen Werten und neuen Markterfordernissen sinnvoll löst. Zum einen gibt es zwar immer noch die für Naim klanglich beste Signalanschlussvariante mit arritierbaren DIN-Buchsen, doch kann jeder Eingang auch auf Cinch-Buchsen geschaltet werden. Eine wahrhaft salomonische Lösung, denn so kann der treue Fan weiterhin seine geliebten Original-Naim-DIN-Kabel verwenden (wovon es nun sogar die High-End-Variante Hi-Line für 850 Euro gibt), während Anhänger fingerdicker Strip-pen nicht mehr außen vor bleiben.
Anschlussmöglichkeiten satt: Ob DIN- oder Cinch-Buchsen, ob optische oder elektrische Digital-Eingänge oder sogar Miniklinke-Frontanschlüsse, der Supernait ist für alle Eventualitäten gewappnet.
Naim-typisch ist das satte Netzteil mit sechs getrennten Trafowicklungen (1). Naim-untypisch ist die Platine, die den Anschluss von Digital-Quellen erlaubt (2).
Beim Bestreben, einen komplett ausgestatteten Vollverstärker auf die Beine zu stellen, verwundert es nicht mehr, dass der Supernait eine Wahlmöglichkeit für einen unabhängigen Aufnahmeweg hat, natürlich fernbedienbar ist und es die externe Phonostufe Stageline für 350 Euro gibt, die entweder für MM- oder MC-Systeme optimiert ist.
Als Freunde der Nachrüstung haben die Südengländer auch dem Supernait die Möglichkeit mit auf den Weg gegeben, sich durch externe Netzteile klanglich zu steigern. Und damit es nicht langweilig wird, kann man zwischen drei unterschiedlichen wählen. Wobei das Supercap für 5300 Euro wohl nur hartgesottene Naim-Fans nehmen, während alle anderen sich mit dem Flatcap 2 X für 1000 Euro oder dem High Cap für 1700 Euro zufriedengeben. Dass sich auch noch externe Endstufen anschließen lassen, ist dann Ehrensache.
Im Hörraum begeisterte der Supernait aber auch ohne Hilfsmittel. Direkt und packend, kraftvoll und mit satten natürlichen Klangfarben ließ er etwa die Bläser bei Quincy Jones‘ „Moanin‘„ („Birth Of A Band“; Mercury) aufspielen. Das war eindeutig schon Absolute Spitzenklasse, weshalb die Jury das 56-Punkte-Highlight Pathos Logos (12/05) zum Vergleich heranzog. Doch selbst dieser formidable Hybridverstärker klang in der Summe aller Eigenschaften nicht besser als der Heißsporn von der Insel. Zwar bot der Logos die etwas luftigere Wiedergabe und umriss einzelne Instrumente genauer, doch der Supernait schaffte die höhere Abbildung, etwas sattere Klangfarben und mehr Drive. Zudem vermittelte er das Geschehen unmittelbarer und verdiente sich zu guter Letzt ebenfalls ein stereoplay Highlight.
Technische Daten und Testergebnisse
| Allgemein | |
|---|---|
| Abmessung (B x H x T) | 43,2 x 8,7x 31,4 cm |
| Gewicht | 12,9 kg |
| Features | |
| Gattung (Rec. / Vollv.) | Vollverstärker |
| Fernbedienung vorhanden | |
| System-Fernbedienung/ lernfähig | |
| Frontplatte schwarz/silbern/champagner | |
| Frontplatte andere Fb. | |
| Muting | |
| Klangregler/abschaltbar | |
| Loudness | |
| Monitorschalter | |
| Aufnahmewahlschalter audio | |
| Netzbuchsen geschaltet/ungeschaltet | 0/0 |
| Senderspeicher/Speicherautomatik | 0/ |
| Sendersp. mit aut. Sortierung | |
| Anschlüsse | |
| Phono-Eingang MM/MC | |
| Eingänge Hochpegel Cinch/XLR | 5/0 |
| Digitaleingänge Cinch/XLR | 2/0 |
| Boxenausgänge A+B/schaltbar | |
| Kopfhörerbuchse | |
| Pre-Out/Main-In | 1/ |
| Tape-Anschlüsse (ein/aus) | 2 |
| Prozessor-Eingang/-Ausgang | |
| Unity-Gain-Eingang | |
| Pre-Out Subwoofer | 0 |
| Messwerte | |
| Sinusleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm | 135,0 W / 84,0 W |
| Musikleistung Stereo 4 Ohm / 8 Ohm | 141,0 W / 88,0 W |
| Störabstand Line | 84,0 dB(A) |
| Bewertung | |
| Kurzfazit | Der Naim ist mit seinen digitalen-Eingängen nicht nur ein satt ausgestatteter Vollverstärker, sondern auch klanglich überragend. |
| Klang | Absolute Spitzenklasse |
| Klangpunkte Analog-In (max. 70 Punkte) |
56 |
| Klangpunkte Netzwerk-In (max. 70 Punkte) |
0 |
| Klangpunkte USB-In (max. 70 Punkte) |
0 |
| Messwerte (max. 10 Punkte) |
7 |
| Praxis (max. 15 Punkte) |
10 |
| Wertigkeit (max. 10 Punkte) |
9 |
| Gesamturteil (max. 120 |
82 Punkte |
| Preis-Leistung | überragend |
| getestet in Ausgabe: | 9/07 |





